Hikikomori zwischen Bloggern und Idioten

June 20th, 2011

Gerade einen interessanten Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung gefunden: Coulmas, Florian: “Wenn sich der Wasserkocher sorgt. In Japan trifft die Lust an technischen Neuerungen auf fehlenden Sinn für Privatheit - eine Erkundung im halböffentlichen Raum”, NZZ vom 18. Juni 2011, S. 17. Coulmas, seines Zeichens Direktor des Deutschen Institutes für Japanstudien in Tokio erläutert hier unter anderem eine Tendenz, in der Japan vorne liegt und für die ich schon lange einen Begriff suche: das Hikikomori-Syndrom:

Vom Hikikomori-Syndrom des völligen Rückzugs aus der Gesellschaft sind Millionen befallen. Sie kapseln sich in der Privatsphäre ihrer Wohnung oder ihres Zimmers ab und meiden jeden direkten Kontakt. Viele von ihnen sind jedoch vierundzwanzig Stunden am Tag online, zum Teil mit Webkameras, die jede ihrer Bewegungen dem Beobachter preisgeben, der sich dafür interessiert. Es ist, als ob sie Big Brother in ihre eigene Wohnung eingeladen hätten.

Da mein Gedächtnis für komplizierte Worte nur bedingt aufnahmefähig ist und stete Wiederholung in diesem Fall hilfreich sein kann, hatte ich mir die neue terminologische Erungenschaft auf den Handrücken notiert. Da gucke ich zwar selten drauf, aber es sah aus wie ein Clubstempel und jeder wollte wissen, wo ich gestern abend gewesen bin. Hikikomori war damit als Gesprächsthema gesetzt. Interessanterweise wurde der Sachverhalt des Rückzugs in einen Biberbau mit Grzimek-Glasscheibe durchweg mit extrem negativer Konnotation diskutiert.

Ich persönlich finde es gar nicht so abwegig, nur noch online zu Kommunizieren. Warum eigentlich nicht? Der Mensch ist eine sehr anpassungsfähige Spezies, der vollkommen unterschiedliche Arten des Soziallebens entwickeln kann. Von Kaspar Hauser bis zum Hinterzimmerdiplomaten italienischer Stadtstaaten der Frührenaissance. Das ist eine unserer Stärken! Es kamen denn in meinen Gesprächen auch schnell verschiedene Kommunikations-Modelle zum Vorschein. Am bezeichnendsten finde ich die Darstellung eines Freundes, der einige Jahre in New York gelebt hat und dort den Mangel an wirklicher Freundschaft beklagte. In den USA werde nicht nur die sprichwörtliche Oberflächlichkeit gepflegt, sondern auch jeder private Kontakt sofort auf geschäftliche Möglichkeiten hin durchleuchtet und auch danach bewertet. In Portugal dagegen scheint das Konzept Freundschaft eher unserer Vorstellung von entfernten Bekannten zu gleichen. Über die wichtigen Dinge wird dort meist mit der Verwandtschaft geredet, die im mediterranen Raum aber mit all ihren Vettern und Cousinen sehr viel zahlreicher ist und auch häufigeren Kontakt pflegt.

Diese Konzepte sind anders als unsere - und völlig verschieden. Und da soll Hikikomori “krankhaft” sein? (Der Begriff “krankhaft” ist nicht aus dem Artikel entlehnt, sondern kam meinen privaten Diskussionen vor). Ist es nicht nur eine weitere, andere Art mit sozialen Kontakten umzugehen? Klar ist die “Flucht” in den virtuellen Raum oft originären Sozialschwächen geschuldet. Auch die heute so positiv belegten Nerds waren mal picklige Zeitgenossen, die nur deshalb so viel Zeit zum Erlernen von Konsolenbefehlen hatten, weil sonst keiner mit ihnen reden wollte. Heute verdienen manche von ihnen Millionen und können sich einen besseren Hautarzt leisten.

Hinter der Angst vor Hikikomori scheint oft eigentlich eine Angst durch, Freundschaften könnten durch Bots und Kontakte durch Turing-Maschinen ersetzt werden, wenn unsere Realität vollständig in die digitale Welt migrieren würde. Es ist die Angst vor dem Realitätsverlust und der Degradierung zur humanoiden Batterie in der Matrix. Die Angst, unsere leibhaftigen Überreste könnten irgendwann auch gleich der Rationalisierung zum Opfer fallen, “wenn alle das so machen”. Das gab es auch früher schon, als die Begeisterung über die ersten Roboter in Existenzangst umschlug. Robert Hector beschreibt das in seinem historischen Überblick folgendermaßen:

Freilich spielte in der Angst vor dem Automaten inzwischen die Angst vor den Maschinen mit: sie bedrohen den Menschen durch ihre potentielle Überlegenheit und zwangen ihm einen neuartigen Arbeits- und Lebensrhythmus auf. Der damit verbundene Freiheitsverlust ließ die Menschen in den Augen vieler Romantiker wiederum als Automaten erscheinen.

(Robert Hector, “Der Mythos vom künstlichen Menschen. Über Automaten, Roboter, Cyborgs und Androiden”)

Diese Vorbehalte führen immer wieder dazu, dass negativ belegte Strömungen unreflektiert mit anderen gefährlichen Tendenzen vermengt werden. Bei Coulmas liest sich das so:

Die öffentliche Sphäre des Internets wird dadurch quasi kollektiv privatisiert. Das Interesse an öffentlichen Belangen, an Politik, Staat und Gesellschaft, nimmt ständig ab, das an Facetten des persönlichen Wohlbefindens und privaten Konsums hingegen nimmt zu.

Jetzt mal halblang. Hikikomori führt sicherlich dazu, dass wir uns jede noch so banale Alltagsverrichtung von vorwiegend wenig sozialkompatiblen Nerds jetzt in HD ansehen können. Aber könnten wir bei den Normalos von Winsenluhe bis Wanne-Eickel ins Wohnzimmer gucken wie Czimek seinerzeit in den Bieberbau, dann wären die Ergebnisse vermutlich nicht viel hochkarätiger - von der Nabelschau bis zum Klatsch der Mietshaus-Concierge à la Mutter Beimer. Das Interesse am Ansehen solcher Videos evident. Vom Big-Brother-Container über das Dschungel-Camp zur Model-WG. Fernsehsender verdienen damit hierzulande Millionen.

Dann wurde es wieder spannend:

Im antiken Griechenland war der Privatmann der “idiotes”, dem es an Interesse und Urteilsvermögen für öffentliche Angelegenheiten fehlte.

Ich liebe solche Informationen. Jetzt wissen wir also, aus welchem Stoff Idioten gemacht sind. Aber wir müssen das eine Problem nur noch sauber vom anderen trennen.

Erstens bin ich mir ziemlich sicher, dass auch bei der sogenannten Elite unseres Landes ziemlich viel Banales, Selbstsüchtiges und Peinliches (also jede Menge Menschliches) herauskommen würde, wenn man ihnen in jedes Zimmer eine Webcam hängen würde. In Frankreich wurde das dank DSK gerade ausgiebig diskutiert. Hierzulande versuchen wir immer noch, Elite-Unis erst zu etablieren, um diese perfide Perfektion zu erreichen. Aber ich bin mir sicher, wir können es noch besser. Perfektion in der Umsetzung war immer unsere Stärke.

Andererseits werden gute Hikikomoris bei solchen Ausführungen nicht mitgezählt, sondern einfach aus der Waagschale geschnippst. Echte “Originale” wie Käthe B. zum Beispiel mit seinem “Überwachtes-Wohnen-Experiment” werden zwar unter Künstler gelistet, wenn gerade jemand über das Internet schwärmt. Wenn es darum geht zu belegen, dass das Neue krank macht (das haben wir schon immer gewusst), dann werden sie vornehm unter den Tisch fallen gelassen.

Und einige der Blogger der arabischen Revolution und chinesische Dissidenten “leben” ebenfalls “im Internet”. Nur ist ihr Auftritt dort eher textbasiert und wird (je nach politischem Standpunkt) meist positiv eingestuft. Auch sie werden leicht vergessen, wenn wieder die Krankheiten neuer Technologien beschworen werden.

Also, liebe Kinder: keine Angst vor den “Hikkis”. Was gestern unvorstellbar war ist heute Alltag. Handys waren zuerst auch ein Spuk aus der Zukunft. Aber auch die empörtesten Gegner von damals haben heute eins. Nur damals, da war der Gedanke einfach unerhört.

re:publica 2011: Flattr und OpenLeaks

April 14th, 2011

To whom it may concern: bin heute auf der re:publica 2011.
Habe endlich mal ein reguläres Ticket. Heute mitnehmen was geht - morgen muss ich wieder in Wolfsburg sein, die Templates von Volkswagen warten.

Was bisher geschah

Bisher wurde ich hier endlich mal wieder auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht: Zuerst ein Vortrag über die Rolle der neuen Medien in den aktuellen Revolutionen in der arabischen Welt von einem, der es wissen muss: Zahi Alawi arbeitet seit Februar 2005 als freier Redakteur für die Deutsche Welle. Keine grundlegend neuen Erkenntnisse, aber ein guter Überblick.

OpenLeaks

Faszinierend war bisher Daniel Domscheit-Berg, der ehemalige Sprecher von Wikileaks, der dann die Whistleblower-Plattform OpenLeaks gründete. Wie alle guten Leute argumentierte er sehr bescheiden - und in der Form, die jetzt gebraucht wird: Er promotete weniger seine eigene Organisation, als den Gedanken, die eigenen Aktivitäten auf viele gleichberechtigte Schultern zu verteilen. OpenLeaks etabliert gerade eine dezentrale Netzwerk-Plattform, bei der man Dokumente einem Medienunternehmen zeitlich begrenzt zur Verfügung stellen kann - und das nur noch zeitlich begrenzt exklusiv. Wenn diese sie nicht schnell genug auswerten bzw. darüber publizieren (sei es, weil sie politisch “zu heiß” sind oder aus anderen Gründen), dann werden die Informationen automatisch anderen im Netzwerk zur Verfügung gestellt. So wird sicher gestellt, dass alle Dokumente - Relevanz vorausgesetzt - ihr “Deployment” in einem Medium finden. Seiner Ansicht nach ist es oft der Long-Tail, also die Masse an kleinen Dokumenten, die wichtig ist. Und die kommen so in der breiten Masse besser zum Tragen. Das System befindet sich derzeit in der Alpha-Phase mit sechs anderen Plattformen und soll mit weiteren Partnern ausgebaut werden.

Flattr

Zur Finanzierung setzt er derzeit auf die Zur-Verfügungstellung von Ressourcen seiner Unterstützer. Das sei effektiver, als Geld einzusammeln. Trotzdem bedankte er sich beim nächsten Sprecher, dem Schweden Peter Sunde, über den er bereits einiges an Funding gesammelt habe. Sunde ist einer der Gründer von Flattr, einem genialen Dienst, mit dem man Blogger, User von Videoplattformen und andere Mehrwert-Schaffenden unterstützen kann. In seinem Vortrag erläuterte er die Funktionsweise: Man zahlt einen monatlichen Betrag ein. Über einen Flattr-Button kann man für einzelne You-Tube-Videos, Twitter-Tweats, Blog-Postings und anderes Spenden an die Urheber verteilen. Diese werden benachrichtigt, falls sie noch keinen Account haben. Unter allen ge-flattr-ten Beiträgen wird am Ende des Monats das eingezahlte Geld verteilt. Dabei verfallen Beträge von Unterstützten selbstverständlich nicht, wenn diese sich keinen Account einrichten, sondern fließen zurück auf das Konto des Einzahlers.

Obwohl es Flattr erst seit einem Jahr gibt, bewegt die Plattform bereits etwa 100.000 EUR pro Monat, Tendenz stark steigend. Natürlich würden sie die Weltherrschaft in diesem Bereich anpeilen (”and I do not mean only the earth”), meinte er etwas unbescheidener als Domscheit-Berg, aber eigentlich sei “Big Business” nicht ihr Hauptanliegen. Die Idee hat das Zeug zur neuen Grundlage der Verteilung finanzieller Ressourcen in Zeiten der Creative Commons, in denen Zeitungs- und Buchverlage jammern, das Urheberrecht sei nicht ausreichend. In jedem Fall ist es ein interessanter Beitrag zu dieser Diskussion und ein Gegenmodell, das wir im Auge behalten sollten.

WissensWert-Wettbewerb: Vote for TWX-Editor

November 25th, 2010

Wikimedias WissensWert-Wettbewerb

Wikimedia Deutschland, der Betreiber der deutschen Wikipedia, hat einen WissensWert-Wettbewerb ausgeschrieben. Mit diesem Wettbewerb sollen förderungswürdige Projekte ausgewählt, prämiert und unterstützt werden.

Der TWX-Editor

Screenshot TWX-EditorWährend andere Rich Text-WYSIWYG-Editoren den kompletten Text “zurückparsen”, zerstört der TWX-Editor (Blog-Posting, Beschreibung im WikiMedia Meta-Wiki) bestehende Seiten mit komplexem Wikisyntax-Code nicht.

Wir kandidieren: TWX-Editor for (P)Resident

Die Wikipedia ist in Deutschland und vielen anderen Ländern zur Wissensquelle Nummer eins geworden. Das hat sie einer einzigartigen Kollaboration ihrer Autoren und einer begeisterten Leserschaft zu verdanken. Bisher ist die Zielgruppe allerdings auf technisch versierte Menschen beschränkt. Damit die Wikipedia endlich von allen geschrieben werden kann, rufen wir dazu auf, für den TWX-Editor zu stimmen, der das möglich macht:

Hier könnt ihr abstimmen
WYSIWYG-Editor (Startnummer 75)

Der TWX-Editor wurde als eines von vielen Projekten unter der Startnummer 75 zur Abstimmung auserkoren. Macht mit!

Die Abstimmung läuft bis zum 30.11.2010 !!!

Enterprise 2.0 setzt sich durch - WISYWYG-Editor für Wikipedia

October 28th, 2010

Nach anfänglichem Zögern haben deutsche Unternehmen das Potential von Social Software im Unternehmen erkannt. Ein Manko gängiger Open Source-Wikis ist bisher die komplizierte Wikisyntax. Wir erstellen derzeit bei Twoonix einen neuartigen MediaWiki-Editor (TWX-Editor), der die Bedienung kinderleicht macht.

Screenshot TWX-Editor

Historie

Als ich 2006 für das BMBF-Forschungsprojekt 4CforMedia engagiert wurde, das sich der Untersuchung von Einsatzmöglichkeiten von Social Software im Projektmanagement widmete, hat man mich noch für verrückt erklärt. Der Fokus des Projekts auf der Branche Internetagenturen, da man sich hier am ehesten vorstellen konnte, dass die Mitarbeiter bereit und in der Lage sein würden, die Tools zu verstehen und zu bedienen. Unsere ersten Interviews mit Technik-Chefs, Geschäfsführern und Projektmanagern großer Internetagenturen ergaben, dass dort gelegentlich Wikis zum Wissensmanagement im Technik-Bereich eingesetzt wurden - sonst arbeitete man mit klassischer Projektmanagement-Software, die bei den PMs wegen ihrer Sperrigkeit weitgehend verhasst waren.

Situation heute

Mittlerweile scheint sich das Thema durchgesetzt zu haben. Firmen haben das Potential erkannt und festgestellt, dass der Mehraufwand minimal ist und sich schnell armortisiert, wenn man die Vorteile der Kollaboration, Übersichtlichkeit und Dokumentation aufsummiert. Habe dazu gerade einige Interviews in der Nachlese der DMEXCO 2010 von Melanie Unbekannt gefunden, die das dokumentieren (Sie heißt wirklich so ;). Ekaabo-Gründer Marco Ripanti beschreibt im Interview, dass auch Mitarbeiter, die nur ein paar Meter auseinander sitzen, sich gerne über Skype austauschen.

Diese Variante scheint für den Moment effektiv zu sein (sonst würden die Mitarbeiter sie nicht nutzen) - effizient ist sie nicht, da der Vorteil der Dokumentation nicht genutzt wird. Die Informationen werden zwar lokal gespeichert, können aber nicht von anderen Mitarbeitern gefunden, angereichert, weiterentwickelt und zu einer Wissensbasis ausgebaut werden.

Wikis in Unternehmen

Insbesondere Wikis halten einen rasanten Einzug, da sie diese Komponenten ideal verbinden. Christian Boris Schmidt, Gründer von Ecato bemängelt im Interview allerdings, dass Mitarbeiter dafür die “Wiki-Syntax” erlernen müssen.

Auch Oliver Berger nimmt in einem anderen Interview zu diesem Punkt Stellung. Seiner Ansicht nach hat dieser Mangel dazu geführt, dass bisher in großen Unternehmen häufig proprietäre Software eingesetzt wurde.

Gedanken von Oliver Berger zu Enterprise 2.0 from Melanie Unbekannt on Vimeo.

Solche Systeme können aber schnell zum Datengrab werden, wenn der Hersteller etwa beschließt, die Kosten der Wartungsverträge drastisch zu erhöhen oder “strategische Kooperationen” einzugehen - etwa mit einem ERP-Anbieter.

Wikimedia, Wikipedia und Unternehmen

Open Source Wikis eignen sich besser für diese Aufgabe. Damit die oben genannten Mankos mittelfristig ausgeglichen werden können, engagieren wir uns seit langem für Kooperationen zwischen Open Source Wikis und Vertretern aus der Wirtschaft.

Pavel Richter, GF Wikimedia Deutschland

Pavel Richter, GF Wikimedia Deutschland

So hat die Twoonix Software GmbH (Twitter, Blog) Pavel Richter, Geschäftsführer der Wikimedia Deutschland e.V. und seinenen Chefentwickler Daniel Kinzler bereits vor einiger Zeit mit großen Unternehmen zusammen gebracht, die Mediawiki (die Software der Wikipedia) intern für Wissensmanagement, Projektmanagement und andere Aufgaben nutzen. Vor kurzem haben wir beide zudem mit VOLKSWAGEN zusammen gebracht, unserem Hauptkunden im Wissensmanagement-Bereich. Auch hier ging es um mögliche Kooperationen beim Ausbau der MediaWiki-Software im Zusammenspiel mit Unternehmen.

WYSYWikis jetzt Open Source - der TWX-Editor

Daniel Kinzler, Chefentwickler Wikimedia Deutschland

Daniel Kinzler, Chefentwickler Wikimedia Deutschland

Ich bin bei Twoonix derzeit für die Erstellung eines neuen WYSYWIG-Editors für MediaWiki verantwortlich - eine Beta-Version wird derzeit getestet. Der TWX-Editor geht in seinen Fähigkeiten weit über das hinaus, was alle bisher bestehenden Editoren können. Insbesondere lässt er nicht geänderten Wiki-Sourcecode unangetastet. Dies ist der Hauptkritikpunkt und laut Chefentwickler Daniel Kinzler der Grund, warum die Wikipedia bisher keinen RichtText-Editor einsetzt. Während andere Rich Text-WYSIWYG-Editoren den kompletten Text “zurückparsen”, zerstört der TWX-Editor bestehende Seiten mit komplexem Wikisyntax-Code nicht.

Auch für Unternehmen ist dieser Punkt ein wichtiger Faktor, wenn nicht die Conditio sine qua non für den Einsatz eines solchen Editors. Vor allem natürlich, wenn sie MediaWiki bereits seit längerem einsetzen. Das ist jedoch in den meisten Unternehmen der Fall (siehe Joachim Bode: Pragmatisches Wissensmanagement im Intranet im Annual Multimedia 2010). Der Editor wird es weiterhin ermöglichen, semantische Informationen bequem und ohne Syntax-Kenntnisse im Wiki zu hinterlegen, was das Wiki zu einem weit präziseren Knowledge-Management-Tool macht als eine gewöhnliche Wiki-Website. Damit wird es auch Nutzern, die lediglich den Umgang mit den gewohnten Office-Tools kennen möglich, ihr Wissen der Community in ihrer Firma schnell und leicht verständlich zur Verfügung zu stellen.

Kunstform Kundenrezension

September 8th, 2010

Seit langem warte ich auf ein wirklich gutes Beispiel für ein Phänomen: Kritik an Produkten ist heute geradezu Pflicht im Web, aber es gibt Menschen, bei denen das fast poetische - oder zumindest zum schreien komische Formen annimmt. Mein Freund Phil hat jetzt das Beispiel geliefert:

Was man an einem Schweizer Messer bemängeln kann, ohne als Nörgler aufzutreten

436 Rezensionen zu einem Edel-Produkt, das keiner braucht - jedenfalls nicht genau in der im Lieferumfang inbegriffenen Form. Viel Spaß!

Unterschriftenaktion für inhaftierte iranische Bloggerin

August 24th, 2010

Liebe Blogleser,

meine gute Freundin Ingrid von Reporter ohne Grenzen kämpft gerade erbittert für eine inhaftierte iranische Bloggerin. Shiva Nazar Ahari wurde in der Folge der umstrittenen iranischen Präsentschaftswahl festgenommen, auch ihre Anwältin wurde kurz darauf inhaftiert. Ihr wird neben anderen Vergehen vorgeworfen, sich der “Moharebeh”, der Feindschaft gegen Gott schuldig gemacht zu haben und ihr droht die Todesstrafe.

Reporter ohne Grenzen (ROG) ruft jetzt dazu auf, eine am 24. August gestartete Online-Petition zur Rettung von Shiva Nazar Ahari zu unterzeichnen. Die Online-Petition kann hier unterzeichnet werden:

http://www.reporter-ohne-grenzen.de/kampagnen-aktionen/petition-iran/petition-iran.html

Ich würde mich freuen, wenn einige weitere Menschen mitmachen und ihr die Nachricht weiter verbreitet.

Associate Shell Script with Terminal on MacOSX

July 15th, 2010

Some days simply seem to be bedevilled. Like the other day, when I tried to start my MAMP automatically configuring the startup script start.sh to be launched on system startup by adding it to the System Preferences > Accounts > Login Items list. Now an Xcode window comes up after every system startup showing the code, grinning and making fun of me.

Scrutinizing the internet on that topic was not really an enlightment. I liked the idea of just opening /Applications/MAMP/bin in Finder, click “Open with…” in the context menue and - yes, just choose /bin/bash - because that is what your Terminal is. But you just cannot choose it. It’s locked, greyed out, cannot be selected. Stuck again.

Even if you start your f***ing Finder from the Terminal as sudo you will not be able to choose it.
I’m lost. Ideas anyone?

QM und Wissensmanagement: Argumente für MediaWiki im Unternehmenseinsatz

June 30th, 2010

Bin gerade dabei, zusammen mit Stefan Landwehr von Abacus Alpha unter der URL www.wiki4enterprise.org Aspekte der Qualitätssicherung eine Liste Argumente zusammen zu tragen, warum MediaWiki die passende technische Plattform für Wissensmanagement in Unternehmen ist - und bin wieder einmal erstaunt, wieviele es gibt:

  • Zukunftssicherheit: kein Vendor-GAP dank Open Source
  • Usability wird anhand von Template-Prototypen getestet, die die Nutzer selbst erstellen
  • Software bildet nach und nach die tatsächlichen Erfordernissen der täglichen Arbeitsabläufe ab
  • Mehr als 2.000 Extensions machen Mediawiki anpassbar an jede gewünschte Besonderheit
  • etc. …

Mehr dazu bald hier.

Fehlermeldungen Xdebug in apache_error_log unter MAMP Failed loading /usr/lib/php/extensions/no-debug-non-zts-20090626/xdebug.so

June 30th, 2010

;Problem: Fehlermeldungen
:Error in /Applications/MAMP/logs/apache_error_log: ”’Failed loading /usr/lib/php/extensions/no-debug-non-zts-20090626/xdebug.so”’

[Tue Jun 29 18:14:41 2010] [error] …
Failed loading /usr/lib/php/extensions/no-debug-non-zts-20090626/xdebug.so: (null)
Failed loading /usr/lib/php/extensions/no-debug-non-zts-20090626/xdebug.so: (null)
Failed loading /usr/lib/php/extensions/no-debug-non-zts-20090626/xdebug.so: (null)

  • Wieder Anleitung von Debuggable benutzt.
  • Von Kommodo Downloads Remote Debugging Komodo-PHPRemoteDebugging-6.0.0-beta1-44391-macosx.tar.gz runtergeladen.
  • in /Applications/MAMP/bin/php5/lib/php/extensions/ gespeichert und entpackt (sollte eigentlich woanders hin - unter downloads o.ä.)
  • Unterordner für alle PHP-Versionen (!) drin: Version 5.1, 5.2, 5.3
  • bei mir installiert ist 5.2 (phpinfo())
  • in php.ini Pfad herausfinden, nach dem MAMP-PHP sucht:
  • in /Applications/MAMP/conf/php5/php.ini:
  • unter Paths and Directories den Eintrag: extension_dir = “/Applications/MAMP/bin/php5/lib/php/extensions/no-debug-non-zts-20050922/ gefunden
  • dort (in in /Applications/MAMP/conf/php5/php.ini) war noch eine Einstellung zend_extension=”/usr/lib/php/extensions/no-debug-non-zts-20090626/xdebug.so unter den Einstellungen für Xdebug/ZEND - diese muss auskommentiert werden, sie überschreibt sonst den Pfad für das extension_dir: ;zend_extension=”/usr/…”!!
  • xdebug.so aus Unterordner “5.2″ in /Applications/MAMP/bin/php5/lib/php/extensions/no-debug-non-zts-20050922/ kopiert
  • Apache neu gestartet
  • funktioniert: keine Fehlermeldungen mehr

Dank an Christian Hartmann für die Hilfe !!!

Installing PECL for MAMP

May 3rd, 2010

There are a couple of installation instructions for PECL around. But if you use it together with MAMP, installation still doesn’t work (or install things somewhere near the nirvana). This is about how to install it the right way, tie it to MAMP and make your Terminal use the right one from now on:

Installing PECL in MAMP

http://developerkarma.com/blog/andrew-m-riley/quick-and-dirty-pecl-mamp-os-x shows how to install pecl directly into mamp.

Your PECL should now be available at /Applications/MAMP/bin/php5/bin/pecl

Use MAMP PECL instead of the wrong one

As you might have an additional “system” pecl in your system server path (which is used by default when you just enter “pecl install” or something alike), make sure you use the mamp one in the terminal.

The easiest way is to adress pecl using the full url any time you call it: Instead of typing

pecl install something

type:

/Applications/MAMP/bin/php5/bin/pecl install something

Pointing to the MAMP PECL from your terminal permanently

This is pretty annoying after a while (and error-prone beyond that!) so tell your terminal which one to use. To do this add an alias in your .bashrc file:

edit the .bashrc of your personal account:

propellermac:testcase achimbode$ sudo edit ~/.bashrc

To the ~/.bashrc file add the following line:

alias pecl=/Applications/MAMP/bin/php5/bin/pecl

When you start a new terminal window, your .bashrc should be run automatically and typing

pecl install something

should now point to the right pecl.

Execute .bashrc automatically

If the .bashrc is not run automatically on shell startup, create a bash_profile.

It’s just about editing the file and add a few lines you find on the page mentioned above. If the file does not exist, create it:

propellermac:testcase achimbode$ sudo edit ~/.bash_profile

The following code is copied from http://forums.macrumors.com/showthread.php?t=409238

if [ -f ~/.bashrc ]; then
. ~/.bashrc
fi

export PS1=’\[\e[0;31m\]\u\[\e[0m\]\[\e[1;31m\]@\[\e[0m\]\[\e[0;31m\]\H\[\e[0m\] \w $ ‘
source ~/.bashrc

It also colors your terminal prompt red, so you know if it works…
This looks like a lot of work. But actually it’s just editing a few files. And it’s worth while: No more confusion when installing libraries to MAMP! Have fun!