Telearbeit: Kollaboration und Lunch Clubs

Telearbeit nimmt langsam Formen an. OpenSource-Projekte praktizieren sie schon lange - sie muss also eigentlich funktionieren. Selbst die besonders auf reale Zusammenarbeit vor Ort zugeschnittenen Vorgehensweisen wie Pair Programming finden sich frei verfügbare Tools wie Sangam und viele andere. (Wer’s nicht glaubt, suche unter http://sourceforge.net/softwaremap/ nach “collaboration”, dort findet man auch reichlich Kollaborationsplattformen für andere Branchen …). Auch unter Verteilte Softwareentwicklung erfordert Tools für die Zusammenarbeit findet sich eine Liste mit kollaborativen Arbeitsumgebungen.

An der Technik liegt es also nicht. Was derzeit noch im Argen ist, ist die schnöde Gewohnheit: erst wenn der Umgang mit Kollaborationstools allen so selbstverständlich ist wie unser täglich Word, werden die Menschen auf einmal akzeptieren, dass sie online arbeiten. Und das mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie heute die Tatsache, dass sie über Handy erreichbar sind (Ich erinnere mich noch lebhaft an die “Ich will doch garnicht immer erreichbar sein!”-Diskussionen aus der Zeit davor).
Diese Gewohnheit könnte sich jedoch sehr bald schon einstellen: das neue Windows Vista wird einen eigenen Bereich “Windows Teamarbeit” (bzw. Windows Meeting Space) anbieten (siehe iX 11/2006, S.12 ff.). Auf diese Weise sind bereits Millionen Menschen auf Email und schließlich auf das Internet konditioniert worden.

Zudem gibt es - abseits der Programmierung - für die Zusammenarbeit in “normalen Bereichen” eine ganze Reihe neuer Anwendungen, die derzeit auf der Office 2.0 Conference in San Francisco vorgestellt und diskutiert werden (Dank an Andreas Göldi für den Hinweis!).

Sollten sich dabei tatsächlich bei einigen Zeitgenossen die schlimmsten Befürchtungen bestätigen und sie sämtliche soziale Kontakte verlieren, gibt es jetzt auch dafür eine Kompensation: der Zukunftsforscher Matthias Horx beschreibt etwa die Erfindung des Lunch Clubs (Neuer Socializing-Trend für Arbeitsnomaden: Lunch-Clubs), die es uns jetzt ermöglichen wird, uns auch mal so zu treffen - ohne den lieben langen Tag zusammen in Büros gepfercht zu werden. Na, dann Mahlzeit.

2 Responses to “Telearbeit: Kollaboration und Lunch Clubs”

  1. [...] Die neulich von mir beschriebene Vision des Intranet-Baukastens, mit dem man verschiedene Softwaremodule zu einem Unternehmensworkflow zusammenbauen kann, hat einen riesigen neuen Legostein dazubekommen: Adobe schickt mit Apollo ein neues System in den Orbit, das es ermöglichen soll, Rich Internet Applications (RIA) als Desktop-Programme laufen zu lassen: “Apollo is the code name for a cross-operating system runtime being developed by Adobe that allows developers to […] build and deploy Rich Internet Applications (RIAs) to the desktop.” Auf diese Weise entwickelte Oberflächen haben den großen Vorteil, dass sie auch für Telearbeiter über das Internet angeboten werden können: One description fits all! Ryan Steward hat jetzt beeindruckende Screenshots der ersten mit Apollo erstellten Prototypen ins Netz gestellt. [...]

  2. [...] So wird VC ein ganz selbstverständlicher Teil der Unternehmens- Kommunikation. Allen Unkenrufen (Telearbeit sei nur Science Fiction) zum Trotz ist damit der Übergang zwischen virtuellem und realem Arbeitsplatz wieder ein Stückchen in die Virtualität verschoben worden. [...]

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