Archive for the ‘2.0’ Category

Hikikomori zwischen Bloggern und Idioten

Monday, June 20th, 2011

Gerade einen interessanten Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung gefunden: Coulmas, Florian: “Wenn sich der Wasserkocher sorgt. In Japan trifft die Lust an technischen Neuerungen auf fehlenden Sinn für Privatheit - eine Erkundung im halböffentlichen Raum”, NZZ vom 18. Juni 2011, S. 17. Coulmas, seines Zeichens Direktor des Deutschen Institutes für Japanstudien in Tokio erläutert hier unter anderem eine Tendenz, in der Japan vorne liegt und für die ich schon lange einen Begriff suche: das Hikikomori-Syndrom:

Vom Hikikomori-Syndrom des völligen Rückzugs aus der Gesellschaft sind Millionen befallen. Sie kapseln sich in der Privatsphäre ihrer Wohnung oder ihres Zimmers ab und meiden jeden direkten Kontakt. Viele von ihnen sind jedoch vierundzwanzig Stunden am Tag online, zum Teil mit Webkameras, die jede ihrer Bewegungen dem Beobachter preisgeben, der sich dafür interessiert. Es ist, als ob sie Big Brother in ihre eigene Wohnung eingeladen hätten.

Da mein Gedächtnis für komplizierte Worte nur bedingt aufnahmefähig ist und stete Wiederholung in diesem Fall hilfreich sein kann, hatte ich mir die neue terminologische Erungenschaft auf den Handrücken notiert. Da gucke ich zwar selten drauf, aber es sah aus wie ein Clubstempel und jeder wollte wissen, wo ich gestern abend gewesen bin. Hikikomori war damit als Gesprächsthema gesetzt. Interessanterweise wurde der Sachverhalt des Rückzugs in einen Biberbau mit Grzimek-Glasscheibe durchweg mit extrem negativer Konnotation diskutiert.

Ich persönlich finde es gar nicht so abwegig, nur noch online zu Kommunizieren. Warum eigentlich nicht? Der Mensch ist eine sehr anpassungsfähige Spezies, der vollkommen unterschiedliche Arten des Soziallebens entwickeln kann. Von Kaspar Hauser bis zum Hinterzimmerdiplomaten italienischer Stadtstaaten der Frührenaissance. Das ist eine unserer Stärken! Es kamen denn in meinen Gesprächen auch schnell verschiedene Kommunikations-Modelle zum Vorschein. Am bezeichnendsten finde ich die Darstellung eines Freundes, der einige Jahre in New York gelebt hat und dort den Mangel an wirklicher Freundschaft beklagte. In den USA werde nicht nur die sprichwörtliche Oberflächlichkeit gepflegt, sondern auch jeder private Kontakt sofort auf geschäftliche Möglichkeiten hin durchleuchtet und auch danach bewertet. In Portugal dagegen scheint das Konzept Freundschaft eher unserer Vorstellung von entfernten Bekannten zu gleichen. Über die wichtigen Dinge wird dort meist mit der Verwandtschaft geredet, die im mediterranen Raum aber mit all ihren Vettern und Cousinen sehr viel zahlreicher ist und auch häufigeren Kontakt pflegt.

Diese Konzepte sind anders als unsere - und völlig verschieden. Und da soll Hikikomori “krankhaft” sein? (Der Begriff “krankhaft” ist nicht aus dem Artikel entlehnt, sondern kam meinen privaten Diskussionen vor). Ist es nicht nur eine weitere, andere Art mit sozialen Kontakten umzugehen? Klar ist die “Flucht” in den virtuellen Raum oft originären Sozialschwächen geschuldet. Auch die heute so positiv belegten Nerds waren mal picklige Zeitgenossen, die nur deshalb so viel Zeit zum Erlernen von Konsolenbefehlen hatten, weil sonst keiner mit ihnen reden wollte. Heute verdienen manche von ihnen Millionen und können sich einen besseren Hautarzt leisten.

Hinter der Angst vor Hikikomori scheint oft eigentlich eine Angst durch, Freundschaften könnten durch Bots und Kontakte durch Turing-Maschinen ersetzt werden, wenn unsere Realität vollständig in die digitale Welt migrieren würde. Es ist die Angst vor dem Realitätsverlust und der Degradierung zur humanoiden Batterie in der Matrix. Die Angst, unsere leibhaftigen Überreste könnten irgendwann auch gleich der Rationalisierung zum Opfer fallen, “wenn alle das so machen”. Das gab es auch früher schon, als die Begeisterung über die ersten Roboter in Existenzangst umschlug. Robert Hector beschreibt das in seinem historischen Überblick folgendermaßen:

Freilich spielte in der Angst vor dem Automaten inzwischen die Angst vor den Maschinen mit: sie bedrohen den Menschen durch ihre potentielle Überlegenheit und zwangen ihm einen neuartigen Arbeits- und Lebensrhythmus auf. Der damit verbundene Freiheitsverlust ließ die Menschen in den Augen vieler Romantiker wiederum als Automaten erscheinen.

(Robert Hector, “Der Mythos vom künstlichen Menschen. Über Automaten, Roboter, Cyborgs und Androiden”)

Diese Vorbehalte führen immer wieder dazu, dass negativ belegte Strömungen unreflektiert mit anderen gefährlichen Tendenzen vermengt werden. Bei Coulmas liest sich das so:

Die öffentliche Sphäre des Internets wird dadurch quasi kollektiv privatisiert. Das Interesse an öffentlichen Belangen, an Politik, Staat und Gesellschaft, nimmt ständig ab, das an Facetten des persönlichen Wohlbefindens und privaten Konsums hingegen nimmt zu.

Jetzt mal halblang. Hikikomori führt sicherlich dazu, dass wir uns jede noch so banale Alltagsverrichtung von vorwiegend wenig sozialkompatiblen Nerds jetzt in HD ansehen können. Aber könnten wir bei den Normalos von Winsenluhe bis Wanne-Eickel ins Wohnzimmer gucken wie Czimek seinerzeit in den Bieberbau, dann wären die Ergebnisse vermutlich nicht viel hochkarätiger - von der Nabelschau bis zum Klatsch der Mietshaus-Concierge à la Mutter Beimer. Das Interesse am Ansehen solcher Videos evident. Vom Big-Brother-Container über das Dschungel-Camp zur Model-WG. Fernsehsender verdienen damit hierzulande Millionen.

Dann wurde es wieder spannend:

Im antiken Griechenland war der Privatmann der “idiotes”, dem es an Interesse und Urteilsvermögen für öffentliche Angelegenheiten fehlte.

Ich liebe solche Informationen. Jetzt wissen wir also, aus welchem Stoff Idioten gemacht sind. Aber wir müssen das eine Problem nur noch sauber vom anderen trennen.

Erstens bin ich mir ziemlich sicher, dass auch bei der sogenannten Elite unseres Landes ziemlich viel Banales, Selbstsüchtiges und Peinliches (also jede Menge Menschliches) herauskommen würde, wenn man ihnen in jedes Zimmer eine Webcam hängen würde. In Frankreich wurde das dank DSK gerade ausgiebig diskutiert. Hierzulande versuchen wir immer noch, Elite-Unis erst zu etablieren, um diese perfide Perfektion zu erreichen. Aber ich bin mir sicher, wir können es noch besser. Perfektion in der Umsetzung war immer unsere Stärke.

Andererseits werden gute Hikikomoris bei solchen Ausführungen nicht mitgezählt, sondern einfach aus der Waagschale geschnippst. Echte “Originale” wie Käthe B. zum Beispiel mit seinem “Überwachtes-Wohnen-Experiment” werden zwar unter Künstler gelistet, wenn gerade jemand über das Internet schwärmt. Wenn es darum geht zu belegen, dass das Neue krank macht (das haben wir schon immer gewusst), dann werden sie vornehm unter den Tisch fallen gelassen.

Und einige der Blogger der arabischen Revolution und chinesische Dissidenten “leben” ebenfalls “im Internet”. Nur ist ihr Auftritt dort eher textbasiert und wird (je nach politischem Standpunkt) meist positiv eingestuft. Auch sie werden leicht vergessen, wenn wieder die Krankheiten neuer Technologien beschworen werden.

Also, liebe Kinder: keine Angst vor den “Hikkis”. Was gestern unvorstellbar war ist heute Alltag. Handys waren zuerst auch ein Spuk aus der Zukunft. Aber auch die empörtesten Gegner von damals haben heute eins. Nur damals, da war der Gedanke einfach unerhört.

re:publica 2011: Flattr und OpenLeaks

Thursday, April 14th, 2011

To whom it may concern: bin heute auf der re:publica 2011.
Habe endlich mal ein reguläres Ticket. Heute mitnehmen was geht - morgen muss ich wieder in Wolfsburg sein, die Templates von Volkswagen warten.

Was bisher geschah

Bisher wurde ich hier endlich mal wieder auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht: Zuerst ein Vortrag über die Rolle der neuen Medien in den aktuellen Revolutionen in der arabischen Welt von einem, der es wissen muss: Zahi Alawi arbeitet seit Februar 2005 als freier Redakteur für die Deutsche Welle. Keine grundlegend neuen Erkenntnisse, aber ein guter Überblick.

OpenLeaks

Faszinierend war bisher Daniel Domscheit-Berg, der ehemalige Sprecher von Wikileaks, der dann die Whistleblower-Plattform OpenLeaks gründete. Wie alle guten Leute argumentierte er sehr bescheiden - und in der Form, die jetzt gebraucht wird: Er promotete weniger seine eigene Organisation, als den Gedanken, die eigenen Aktivitäten auf viele gleichberechtigte Schultern zu verteilen. OpenLeaks etabliert gerade eine dezentrale Netzwerk-Plattform, bei der man Dokumente einem Medienunternehmen zeitlich begrenzt zur Verfügung stellen kann - und das nur noch zeitlich begrenzt exklusiv. Wenn diese sie nicht schnell genug auswerten bzw. darüber publizieren (sei es, weil sie politisch “zu heiß” sind oder aus anderen Gründen), dann werden die Informationen automatisch anderen im Netzwerk zur Verfügung gestellt. So wird sicher gestellt, dass alle Dokumente - Relevanz vorausgesetzt - ihr “Deployment” in einem Medium finden. Seiner Ansicht nach ist es oft der Long-Tail, also die Masse an kleinen Dokumenten, die wichtig ist. Und die kommen so in der breiten Masse besser zum Tragen. Das System befindet sich derzeit in der Alpha-Phase mit sechs anderen Plattformen und soll mit weiteren Partnern ausgebaut werden.

Flattr

Zur Finanzierung setzt er derzeit auf die Zur-Verfügungstellung von Ressourcen seiner Unterstützer. Das sei effektiver, als Geld einzusammeln. Trotzdem bedankte er sich beim nächsten Sprecher, dem Schweden Peter Sunde, über den er bereits einiges an Funding gesammelt habe. Sunde ist einer der Gründer von Flattr, einem genialen Dienst, mit dem man Blogger, User von Videoplattformen und andere Mehrwert-Schaffenden unterstützen kann. In seinem Vortrag erläuterte er die Funktionsweise: Man zahlt einen monatlichen Betrag ein. Über einen Flattr-Button kann man für einzelne You-Tube-Videos, Twitter-Tweats, Blog-Postings und anderes Spenden an die Urheber verteilen. Diese werden benachrichtigt, falls sie noch keinen Account haben. Unter allen ge-flattr-ten Beiträgen wird am Ende des Monats das eingezahlte Geld verteilt. Dabei verfallen Beträge von Unterstützten selbstverständlich nicht, wenn diese sich keinen Account einrichten, sondern fließen zurück auf das Konto des Einzahlers.

Obwohl es Flattr erst seit einem Jahr gibt, bewegt die Plattform bereits etwa 100.000 EUR pro Monat, Tendenz stark steigend. Natürlich würden sie die Weltherrschaft in diesem Bereich anpeilen (”and I do not mean only the earth”), meinte er etwas unbescheidener als Domscheit-Berg, aber eigentlich sei “Big Business” nicht ihr Hauptanliegen. Die Idee hat das Zeug zur neuen Grundlage der Verteilung finanzieller Ressourcen in Zeiten der Creative Commons, in denen Zeitungs- und Buchverlage jammern, das Urheberrecht sei nicht ausreichend. In jedem Fall ist es ein interessanter Beitrag zu dieser Diskussion und ein Gegenmodell, das wir im Auge behalten sollten.

WissensWert-Wettbewerb: Vote for TWX-Editor

Thursday, November 25th, 2010

Wikimedias WissensWert-Wettbewerb

Wikimedia Deutschland, der Betreiber der deutschen Wikipedia, hat einen WissensWert-Wettbewerb ausgeschrieben. Mit diesem Wettbewerb sollen förderungswürdige Projekte ausgewählt, prämiert und unterstützt werden.

Der TWX-Editor

Screenshot TWX-EditorWährend andere Rich Text-WYSIWYG-Editoren den kompletten Text “zurückparsen”, zerstört der TWX-Editor (Blog-Posting, Beschreibung im WikiMedia Meta-Wiki) bestehende Seiten mit komplexem Wikisyntax-Code nicht.

Wir kandidieren: TWX-Editor for (P)Resident

Die Wikipedia ist in Deutschland und vielen anderen Ländern zur Wissensquelle Nummer eins geworden. Das hat sie einer einzigartigen Kollaboration ihrer Autoren und einer begeisterten Leserschaft zu verdanken. Bisher ist die Zielgruppe allerdings auf technisch versierte Menschen beschränkt. Damit die Wikipedia endlich von allen geschrieben werden kann, rufen wir dazu auf, für den TWX-Editor zu stimmen, der das möglich macht:

Hier könnt ihr abstimmen
WYSIWYG-Editor (Startnummer 75)

Der TWX-Editor wurde als eines von vielen Projekten unter der Startnummer 75 zur Abstimmung auserkoren. Macht mit!

Die Abstimmung läuft bis zum 30.11.2010 !!!

Enterprise 2.0 setzt sich durch - WISYWYG-Editor für Wikipedia

Thursday, October 28th, 2010

Nach anfänglichem Zögern haben deutsche Unternehmen das Potential von Social Software im Unternehmen erkannt. Ein Manko gängiger Open Source-Wikis ist bisher die komplizierte Wikisyntax. Wir erstellen derzeit bei Twoonix einen neuartigen MediaWiki-Editor (TWX-Editor), der die Bedienung kinderleicht macht.

Screenshot TWX-Editor

Historie

Als ich 2006 für das BMBF-Forschungsprojekt 4CforMedia engagiert wurde, das sich der Untersuchung von Einsatzmöglichkeiten von Social Software im Projektmanagement widmete, hat man mich noch für verrückt erklärt. Der Fokus des Projekts auf der Branche Internetagenturen, da man sich hier am ehesten vorstellen konnte, dass die Mitarbeiter bereit und in der Lage sein würden, die Tools zu verstehen und zu bedienen. Unsere ersten Interviews mit Technik-Chefs, Geschäfsführern und Projektmanagern großer Internetagenturen ergaben, dass dort gelegentlich Wikis zum Wissensmanagement im Technik-Bereich eingesetzt wurden - sonst arbeitete man mit klassischer Projektmanagement-Software, die bei den PMs wegen ihrer Sperrigkeit weitgehend verhasst waren.

Situation heute

Mittlerweile scheint sich das Thema durchgesetzt zu haben. Firmen haben das Potential erkannt und festgestellt, dass der Mehraufwand minimal ist und sich schnell armortisiert, wenn man die Vorteile der Kollaboration, Übersichtlichkeit und Dokumentation aufsummiert. Habe dazu gerade einige Interviews in der Nachlese der DMEXCO 2010 von Melanie Unbekannt gefunden, die das dokumentieren (Sie heißt wirklich so ;). Ekaabo-Gründer Marco Ripanti beschreibt im Interview, dass auch Mitarbeiter, die nur ein paar Meter auseinander sitzen, sich gerne über Skype austauschen.

Diese Variante scheint für den Moment effektiv zu sein (sonst würden die Mitarbeiter sie nicht nutzen) - effizient ist sie nicht, da der Vorteil der Dokumentation nicht genutzt wird. Die Informationen werden zwar lokal gespeichert, können aber nicht von anderen Mitarbeitern gefunden, angereichert, weiterentwickelt und zu einer Wissensbasis ausgebaut werden.

Wikis in Unternehmen

Insbesondere Wikis halten einen rasanten Einzug, da sie diese Komponenten ideal verbinden. Christian Boris Schmidt, Gründer von Ecato bemängelt im Interview allerdings, dass Mitarbeiter dafür die “Wiki-Syntax” erlernen müssen.

Auch Oliver Berger nimmt in einem anderen Interview zu diesem Punkt Stellung. Seiner Ansicht nach hat dieser Mangel dazu geführt, dass bisher in großen Unternehmen häufig proprietäre Software eingesetzt wurde.

Gedanken von Oliver Berger zu Enterprise 2.0 from Melanie Unbekannt on Vimeo.

Solche Systeme können aber schnell zum Datengrab werden, wenn der Hersteller etwa beschließt, die Kosten der Wartungsverträge drastisch zu erhöhen oder “strategische Kooperationen” einzugehen - etwa mit einem ERP-Anbieter.

Wikimedia, Wikipedia und Unternehmen

Open Source Wikis eignen sich besser für diese Aufgabe. Damit die oben genannten Mankos mittelfristig ausgeglichen werden können, engagieren wir uns seit langem für Kooperationen zwischen Open Source Wikis und Vertretern aus der Wirtschaft.

Pavel Richter, GF Wikimedia Deutschland

Pavel Richter, GF Wikimedia Deutschland

So hat die Twoonix Software GmbH (Twitter, Blog) Pavel Richter, Geschäftsführer der Wikimedia Deutschland e.V. und seinenen Chefentwickler Daniel Kinzler bereits vor einiger Zeit mit großen Unternehmen zusammen gebracht, die Mediawiki (die Software der Wikipedia) intern für Wissensmanagement, Projektmanagement und andere Aufgaben nutzen. Vor kurzem haben wir beide zudem mit VOLKSWAGEN zusammen gebracht, unserem Hauptkunden im Wissensmanagement-Bereich. Auch hier ging es um mögliche Kooperationen beim Ausbau der MediaWiki-Software im Zusammenspiel mit Unternehmen.

WYSYWikis jetzt Open Source - der TWX-Editor

Daniel Kinzler, Chefentwickler Wikimedia Deutschland

Daniel Kinzler, Chefentwickler Wikimedia Deutschland

Ich bin bei Twoonix derzeit für die Erstellung eines neuen WYSYWIG-Editors für MediaWiki verantwortlich - eine Beta-Version wird derzeit getestet. Der TWX-Editor geht in seinen Fähigkeiten weit über das hinaus, was alle bisher bestehenden Editoren können. Insbesondere lässt er nicht geänderten Wiki-Sourcecode unangetastet. Dies ist der Hauptkritikpunkt und laut Chefentwickler Daniel Kinzler der Grund, warum die Wikipedia bisher keinen RichtText-Editor einsetzt. Während andere Rich Text-WYSIWYG-Editoren den kompletten Text “zurückparsen”, zerstört der TWX-Editor bestehende Seiten mit komplexem Wikisyntax-Code nicht.

Auch für Unternehmen ist dieser Punkt ein wichtiger Faktor, wenn nicht die Conditio sine qua non für den Einsatz eines solchen Editors. Vor allem natürlich, wenn sie MediaWiki bereits seit längerem einsetzen. Das ist jedoch in den meisten Unternehmen der Fall (siehe Joachim Bode: Pragmatisches Wissensmanagement im Intranet im Annual Multimedia 2010). Der Editor wird es weiterhin ermöglichen, semantische Informationen bequem und ohne Syntax-Kenntnisse im Wiki zu hinterlegen, was das Wiki zu einem weit präziseren Knowledge-Management-Tool macht als eine gewöhnliche Wiki-Website. Damit wird es auch Nutzern, die lediglich den Umgang mit den gewohnten Office-Tools kennen möglich, ihr Wissen der Community in ihrer Firma schnell und leicht verständlich zur Verfügung zu stellen.

Kunstform Kundenrezension

Wednesday, September 8th, 2010

Seit langem warte ich auf ein wirklich gutes Beispiel für ein Phänomen: Kritik an Produkten ist heute geradezu Pflicht im Web, aber es gibt Menschen, bei denen das fast poetische - oder zumindest zum schreien komische Formen annimmt. Mein Freund Phil hat jetzt das Beispiel geliefert:

Was man an einem Schweizer Messer bemängeln kann, ohne als Nörgler aufzutreten

436 Rezensionen zu einem Edel-Produkt, das keiner braucht - jedenfalls nicht genau in der im Lieferumfang inbegriffenen Form. Viel Spaß!

QM und Wissensmanagement: Argumente für MediaWiki im Unternehmenseinsatz

Wednesday, June 30th, 2010

Bin gerade dabei, zusammen mit Stefan Landwehr von Abacus Alpha unter der URL www.wiki4enterprise.org Aspekte der Qualitätssicherung eine Liste Argumente zusammen zu tragen, warum MediaWiki die passende technische Plattform für Wissensmanagement in Unternehmen ist - und bin wieder einmal erstaunt, wieviele es gibt:

  • Zukunftssicherheit: kein Vendor-GAP dank Open Source
  • Usability wird anhand von Template-Prototypen getestet, die die Nutzer selbst erstellen
  • Software bildet nach und nach die tatsächlichen Erfordernissen der täglichen Arbeitsabläufe ab
  • Mehr als 2.000 Extensions machen Mediawiki anpassbar an jede gewünschte Besonderheit
  • etc. …

Mehr dazu bald hier.

Orkanartige Argumentationsböen

Wednesday, April 14th, 2010

Whats next? Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren

Vortrag von Peter Kruse auf der Re:publica 2010

Eine unsachliche Diskussion durchzieht auf einmal wieder die Republik: Was tun mit dem - nun auch nicht mehr ganz so neuen - Phänomen des Social Web? Die Art der Diskussion spiegelt sich in den Nachrichten wider:

* Fördert das Zölibat sexuellen Missbrauch?
* Gefahr aus dem Internet

Auf diesem Niveau sind keine brauchbaren Ergebnisse zu erwarten. Kruse hält dem die Auswertung seiner Befragungen von zweimal neunzig Vertretern (90 Digital Visitors und 90 Digital Residents) entgegen, “die wir am Wochenende noch schnell für die re:publica ausgewertet haben”.

Im ersten Moment erwartet man, endlich den Schlichterspruch im großen Kulturkampf zu bekommen, die Antwort auf die Frage nach dem Internet, Social Media und überhaupt. Aber wie so oft ist die Antwort weniger wichtig als die neuen Fragen, die aufgeworfen werden. Die wichtigste (und die wird von Kruse beantwortet) ist: Warum wird diese Diskussion so heftig geführt? Woher diese Schärfe?

Seine Auswertung der Wertewelten von “Heavy Usern” des Internet wird wunderbar anschaulich, denn die vielen kurzen Fragen der Interviews werden in Form von “semantischen Räumen” dargestellt. Diese zeigen klare Cluster für jede der beiden Gruppen. Das heißt, der Chor der “Experten” zerfällt ganz klar in zwei Stimmen. Den Residents sind verlässliche Beziehungen und Informationen wichtig, Bevormundungen können sie nicht ausstehen. Die Referenzgruppe der Visitors setzt dagegen vor allem auf Stabilität. Beide sind sich einig, dass im Social Web die Zukunft liegt. Sie bewerten diese Tatsache aber vollkommen unterschiedlich: “Digital Visitors wissen, dass das Internet wichtig ist, mögen es aber überhaupt nicht.” Sie nutzen und unterstützen das Netz, weil sie es für die Zukunft halten. Aber ihre intuitiven Präferenzmuster spiegeln die Offlinewelt.

Wenn sich zwei Gruppen in der Bewertung der Tatsachen so ähnlich sind und gleichzeitig in ihren Gefühlen gegenüber der Entwicklung so unterscheiden, kann es nur zum Krach kommen. “Hier geht es doch gar nicht um eine rationale Diskussion” folgert Kruse. Vielleicht sollten die Experten erst einmal ihre Wertewelten offenlegen und ausdiskutieren, denn hier liege die eigentliche Differenz. Ohne diese Klärung können die Fakten nicht zur allgemeinen Zuftriedenheit sortiert werden.

Der ganze Vortrag findet in einer orkanartigen Geschwindigkeit statt, was Kruse aber nicht daran hindert, auch seine Methodik zu erläutern, mit der er dem Oberflächenkratzen der Talker zu Leibe rücken will. Bei den Befragungen werden in sehr schneller Folge Begriffspaare abgefragt und vom Probanden bewertet. Daraus werden Matritzen mit Zusammenhängen erstellt, die über Fragen wie “Was mir tatsächlich wichtig ist” im Wertesystem verortet werden. Mit seiner Software nextexpertiser werden daraus räumliche Muster aus gelben Kugeln und grünen Kreuzen erstellt, die dem Betrachter die Chance geben, den Datenwust intuitiv zu erfassen. Da es sich nicht um einen einzelnen Probanden handelt, werden die Ergebnisse zu jedem Begriff “räumlich zusammen gezogen” und es ensteht eine Art Durchschnitts-Wertesystem einer Gruppe.

In Anlehnung an das menschliche Gehirn könne man diese Gruppen-Wertewolke als das limibsche System bezeichnen, mit dem die Gruppe ihre Entscheidungen trifft. Meines Wissens konsultiert das limbische System zwar (soweit überhaupt bisher bekannt) auch ein paar Großhirnareale bei der Entscheidungsfindung - sonst hätte sich die Evolution den Blumenkohl auch sparen können und jede Generation würde aufgrund der festverdrahteten Windungen bei gleicher Datenlage die gleichen Entscheidungen treffen - aber diese Vereinfachung sei ihm verziehen.

Um noch kurz auf den Titel des Vortrags einzugehen: Nach dem Zugangsboom und einem Beteiligungsboom ist jetzt die dritte Stufe erreicht: “nachhaltige Empörung”. Denn nach “drin sein” (Boris) und “mitmachen” (Alice?) kommt jetzt “sich zu machtvollen Bewegungen zusammen zu schließen” - und das ist ein Angriff auf die etablierten Machtmonopole. Diese Veränderungen durch das Internet sind ‘’systembedingt”, auch Abschalten hilft jetzt nicht mehr.

Interessant wäre es noch zu wissen, wie die Stichprobe zustande gekommen ist. Denn die Ergebnisse klingen ein wenig nach den Stereotypen der Begriffe Digital Visitors und Digital Residents und da liegt der Verdacht nahe, dass man eine Wellenantwort bekommt, weil man eine Wellenfrage gestellt hat.

Für die Kürze der Zeit war die Analyse jedoch glasklar, dreidimensional anschaulich und im Vergleich zur Talkshow-Fraktion definitiv eine Bereicherung der Diskussion. Sie mag methodisch hinterfragbar sein, wird aber vorwiegend in der Großhirnrinde verarbeitet - und nicht nur im limbischen System der großen Gefühle.

Woogle configuration Error: Class ‘WoogleQueryServiceNative’ not found

Friday, March 26th, 2010

Hi everyone,

I had a little problem with the Woogle installation, but was able to solve
it. Just posting to allow for the “debug by googleing” procedure we
all know.

I installed the remote backend and the extension. Search now uses
Woogle, but obviously tries to access the native version:

Fatal error: Class ‘WoogleQueryServiceNative’ not found in /var/www/
15.1/wooglewiki/extensions/Woogle/includes/WoogleUtil.php on line 179

I found the solution in the …/extensions/Woogle/addons/Remote/
Remote.php.

The config settings displayed on http://www.teamweaver.org/wiki/index.php/Woogle4MediaWiki/Configuration
are not complete - the actual setting that makes Woogle switch to
remote mode is missing. The complete version is:

I found the solution in the …/extensions/Woogle/addons/Remote/Remote.php:

The config settings displayed on http://www.teamweaver.org/wiki/index.php/Woogle4MediaWiki/Configuration are not complete - the actual setting that makes Woogle switch to remote mode is missing. The complete version is:

LocalSettings.php:

require_once(”$IP/extensions/Woogle/Woogle.php”);

// Woogle Configuration

WoogleConfig::set(’indexAddon’, ‘Remote’); // set the respective backend URL here

WoogleConfig::set(’remoteBaseServiceUrl’, ‘http://octopus13.fzi.de:9999/teamweaverIS-backend/services/’); // set the respective backend URL here
WoogleConfig::set(’remoteAuthKey’, ’secret’); // key for querying, only required if the backend is set to securityEnabled = true;
WoogleConfig::set(’indexGroups’, array(’group1′, ‘group2′));
WoogleConfig::set(’indexRepository’, ‘123′); // numeric id for indexing (repoId) - as configured in the backend repo_config.xml
WoogleConfig::set(’remotePushIndexAuthKey’, ’secret2′); // key for indexing - as configured in the backend repo_config.xml

Great app, though. This is what we all have been waiting for, so make sure to keep going!
Achim

I posted this to the Woogle Mailinglist, but it was said to be postponed for supervision by the admins. As far as I know the initiator of the project is on holiday for a couple of weeks (at least I read his Email Responder that way…), so I cross posted it here.

Piratenpartei Berlin: Liquid Democracy Squad löst sich auf - und gründet sich neu

Friday, March 26th, 2010

Der Squad Liquid Democracy in der Piratenpartei war im September 2009 mit dem Ziel gegründet worden, um die “Einführung und einen Pilotbetrieb des Liquid Democracy Systems vorzubereiten und die für einen verbindlichen Einsatz notwendigen Satzungsänderungen auszuarbeiten.” Dieser Auftrag wurde erfüllt: Seit Januar läuft die im Rahmen des Squads erstellte Software “Liquid Feedback” im Testbetrieb.

Liquid Feedback

Liquid Feedback soll es ermöglichen, die kollaborative Erstellung von Gesetzesvorlagen zu ermöglichen. Das kann zu einem sehr komplexen Unterfangen werden - insbesondere, wenn mehrere sehr ähnliche Vorschläge miteinander konkurrieren. LiquidFeedback nutzt daher die Schulze-Methode zur Bewertung der Vorschläge. Mit LiquidFeedback ist es z.B. möglich, bestimmte Aspekte einer Vorlage abzulehnen - und die Vorlage gerade dadurch zu befürworten, weil man gleichzeitig angibt, dass in der Vorlage diese Aspekte nicht zum Ausdruck kommen bzw. nicht umgesetzt sind: Wenn ich beispielsweise nicht will, dass die Einkommenssteuererhöhung Teil des Gesetzes wird, stimme ich also einer Variante der Vorlage zu, in der der Aspekt Einkommenssteuererhöhung nicht vorkommt, eine untergeordnete Rolle spielt oder explizit abgelehnt wird. (”Neggadiv und neggadiv gibt bossidiv” hat meine frängische Maddelehrerin das genannt.) Der mündige Bürger tritt also für bestimmte Prinzipien und Aussagen ein und bewertet, wie stark er diese Aussagen in einem Antrag vertreten sieht.

Der Kern der Software besteht aus SQL-Datenbankprozeduren (Stored Procedures), die Oberfläche wurde nach alter Hacker-Manier in der Programmiersprache LUA implementiert, mit der in dem Computerspiel World of Warcraft die Oberflächen angepasst werden können.

Auch wenn die Initiative zu diesem Projekt von der Piratenpartei ausging, haben sich die eigentlichen Programmierer rechtlich in der Public Software Group zusammen geschlossen und Liquid Feedback als Open Source unter der MIT/X11-Lizenz veröffentlicht. Sie kann also prinzipiell auch von anderen Parteien und Organisationen genutzt und weiterentwickelt werden. Sollten sich Leser dafür interessieren, dann sei ihnen noch ein Hinweis der Autoren der Software mit auf den Weg gegeben: die Nutzungsbedingungen der Software sind nicht gleich zu setzen mit den (demokratischen) Prinzipien ihres Einsatzes. Also bitte im Zweifelsfall nochmal nachfragen, da es in diesem Punkt offenbar schon Verwirrung gegeben hat.

Mission erfüllt

Die Software wurde mittlerweile ausgerollt, es wurden erste Schulungen gegeben und verschiedene Landesverbände haben angefragt. Die Ziele des Squads sind also erreicht.

Die satzungsgemäße Selbstauflösung einer Arbeitsgruppe wird immer den Geruch von Fundis, APO und endlosen Debatten über die Tagesordnung haben. Trotzdem sprechen einige triftige Gründe dafür, dass die Auflösung sinnvoll ist:

  1. Squads, die sich nicht auflösen, werden schnell zu Institutionen, die irgendwann einmal eine Berechtigung hatten und daraus weiter eine Legitimation schöpfen, die ihnen eigentlich nicht mehr zusteht.
  2. Die Bezeichnung Liquid-Democracy-Squad ist irreführend. Erstens versteht darunter jeder etwas anderes und zweitens ist der eigentliche Zweck des Squads mittlerweile so klar umrissen, dass man diese Bezeichnung ablegen kann. Die Bezeichnung Liquid-Democracy kann leicht dazu führen, dass man in end- und ziellose Diskussionen über das Wesen von LD verstrickt wird. Hier ging es jedoch um die Erstellung einer ganz bestimmten Plattform, die jetzt den Namen Liquid Feedback trägt.
  3. Es gibt andere in der Partei, die tatsächlich das weit gefasste Thema LD bearbeiten (und hoffentlich konkretisieren) wollen. Für diese soll der Name des Squads wieder “frei gemacht” werden.

Neue Mission

Anstelle des bestehenden Squads soll ein neuer entstehen, der die jetzt anstehenden Ziele verfolgt: Öffentlichkeitsarbeit, Kontrolle des Liquid-Feedback-Betriebs und die Auswertung von Ergebnissen. Der Squad soll nächsten Mittwoch gegründet werden. Näheres dazu findet sich im Wiki der Piratenpartei unter
http://wiki.piratenpartei.de/BE:Liquid_Democracy_in_der_Piratenpartei

Woogle-Suche in Mediawiki

Thursday, March 18th, 2010

Ich hatte gestern auf der Wiki4Enterprise-Tagung das Vergnügen, eine Demonstration der vorgestern nacht veröffentlichten Beta-Version von Woogle zu bekommen. Woogle ermöglicht das Durchsuchen von Mediawikis auf eine weit komfortablere Weise, als das mit der eingebauten MW-Suche möglich ist. Damit löst es das bisher größte Problem bei Mediawikis. Vortragender war der Meister selbst (Hans-Jörg Happel) und die Vorstellung war sehr beeindruckend.

Features

Die Suche ermöglicht es Mediawiki-Nutzern nicht nur, über Dokumente und Wiki-Inhalte gleichzeitig zu suchen. Sie haben auch die Möglichkeit, die Ergebnisse zu Ranken und dadurch kollaborativ zur Verbesserung der Suchergebnisse beizutragen. In der Java-Implementierung (siehe Technik) besteht zudem die Möglichkeit, in Mediawiki hochgeladene Dokumente zu durchsuchen. Der Nutzer findet also Treffer aus Office- und PDF-Dokumenten und im Wiki in einem Arbeitsschritt.

Unter der URL http://www.wiki4enterprise.org/index.php/Suche_in_Wikis habe ich eine Tabelle erstellt, in der die Features verschiedener Mediawiki-Suchen verglichen werden. Über eine Beteiligung / Korrektur / Vervollständigung würde ich mich freuen.

Technik

Woogle basiert - wie so viele Suchmaschinen - auf einer Lucene-Implementierung. Apache Lucene ist eine freie Software-Bibliothek, die unter der Apache-Lizenz veröffentlicht wurde. Neben der ursprünglichen Java-Implementierung wurden mehrere Portierungen auf andere Programmiersprachen vorgenommen, unter anderem existiert eine PHP-Version, die allerdings nicht den vollen Funktionsumfang der Java-Lucene umfasst.

Woogle wird dementsprechend in zwei “Flavors” zur Verfügung gestellt:

  1. Eine PHP-Version für “Puristen”, die kein Java neben dem (für Mediawiki ohnehin nötigen) PHP auf dem Server installieren wollen oder können.
  2. Eine Java-Version, die einen größeren Funktionsumfang und die Durchsuchung von Dokumenten umfasst.

Wiki4Enterprise

In der Veranstaltungsreihe Wiki4Enterprise treffen sich Anwender aus Unternehmen, die Mediawiki in ihrer Firma einsetzen. Hier werden in einem kompetenten Kreis Probleme und Lösungen beim Einsatz von Mediawiki im Enterprise-Kontext diskutiert. Diesmal waren unter anderem der CIO von Wikimedia Deutschland Daniel Kinzler und Raimond Spekking, Core-Entwickler von MediaWiki anwesend. Wie jede Community lebt auch diese vom Mitmachen. Wir würden uns daher freuen, wenn neben Mitarbeitern und Abteilungsleitern von Fraport, VOLKSWAGEN, Schaeffler KG, Fraunhofer, dem Pumpenhersteller KSB, der Bundeswehr, der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und anderen noch weitere Unternehmen zu dem Kreis dazustoßen würden. Interessenten können sich gerne bei mir melden: joachim(Punkt)bode(at)twoonix(Punkt)com.

Wikis im Unternehmen

Wikis kommen häufig durch die Hintertür ins Unternehmen - installiert von Mitarbeitern, die das Problem erkannt und eine Lösung gefunden haben (siehe Joachim Bode: Pragmatisches Wissensmanagement im Intranet im Annual Multimedia 2010). In der Praxis hat sich herausgestellt, dass sie hervorragende Dienste leisten - und zwar nicht nur im Wissensmanagement, sondern auch

  • im Projektmanagement
  • bei der Identifikation, Definition und Durchführung von Prozessen (BPM)
  • und in der Dokumentation.

Vor allem die Potentiale im Prozessmanagement werden noch nicht erkannt. Statt einer Definition starrer Prozesse “von oben” (also in der Regel durch Menschen, die zwar kompetent, aber gar nicht in die Prozesse involviert sind) ist es mit Wikis möglich, die wahren Prozesse zu identifizieren, Probleme zu erkennen und zu beheben. Im Projektmanagement ermöglichen sie auch eine abteilungs- und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit und erledigen bei richtiger Anwendung die Dokumentation gleich mit - flexibel, ohne Mehraufwand, vollständig mit technischen Auswertungstools analysierbar. Im Gegensatz zu reinen Projektmanagement-Tools sind sie dabei so flexibel, wie es ein Projekt erfordert. Das ist ein bisher kaum diskutierter Punkt, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass schon die Definition des Begriffs Projekt beinhaltet, dass es nicht gradlinig nach Schema-F verläuft. Allerdings reicht es dazu nicht, ein Mediawiki zu installieren. Die Einführung sollte von Experten begleitet werden, die vor allem folgende Punkte professionell durchführen können:

  1. Konzeption
  2. Anpassung an individuelle Prozesse
  3. Initial-Befüllung mit Content
  4. Rollout und Schulung der Mitarbeiter

Sollten Sie in Ihrer Abteilung bereits (aus Verzweiflung oder Überzeugung) ein Wiki installiert haben oder einfach die Möglichkeiten erkannt haben, beraten wir Sie gerne und kompetent unter www.twoonix.com.