Archive for the ‘digitale Boheme’ Category

Ergebnisse der Umfrage zur “privaten Nutzung von Social-Networking-Services in Deutschland”

Monday, February 18th, 2008

Soeben erreichte mich die Nachricht, dass die Umfrage zur “privaten Nutzung von Social-Networking-Services in Deutschland” der Universität der Forschungsgruppe Kooperationssysteme der Bundeswehr München ausgewertet ist.

Erste Ergebnisse können hier abgerufen werden: Umfrageergebnisse SNS

Leider werde ich sie mir erst morgen angucken können. Im media centre (Veranstalter: Andreas Gebhard und Markus Beckedahl von Newthinking Communications) in Berlin beginnt gleich der Vortrag des Web 2.0-Gurus Richard Stallman: Die Philosophie und Geschichte der Freien Software. Wir werden berichten. Bleiben Sie stark.

Befraute Raumfahrt

Sunday, February 17th, 2008

Wir wissen nicht genau, was sie genommen hatte. Es muss irgendwie anregend gewesen sein.

Aber erst mal zum Konzert: Mouse on Mars wieder mal in Hochform. Tim hatte mich vorher gewarnt: Mittlerweile machen sie eher Geräusche, war glaube ich die Kernaussage. Das letzte Mouse-on-Mars-Konzert, das wir vor Jahren im Columbia Fritz gesehen hatten, war denn auch noch vergleichsweise melodisch gewesen. Damals waren zwei DJs als Vorgruppe aufgetreten. Auch irgendwas Namhaftes. Als Mouse on Mars auf die Bühne kamen, teilten sie dem Publikum als erstes mit, dass sie erstaunt seien, mit welcher Gelassenheit das Berliner Publikum diese hochkarätigen MXe über sich ergehen lassen habe und deuteten an, dass sie nach einem Lied die Bühne verlassen würden, wenn die Zuhörer weiter kiffend auf dem Betonboden sitzen bleiben würden. Das Berliner Publikum hatte sich gnädig erhoben und es wurde ein gutes Konzert.

Mouse on Mars on Stage

Mouse on Stage

Diesmal - akademischer und in der Akademie der Künste - vergleichsweise symphonisch. Grandioses Klavier zum Einstieg. Spätestens beim Einsatz des Schlagzeugs konnte man die Geräusche wieder guten Gewissens als Musik bezeichnen. Wenn auch nicht die Sorte, die man als Hintergrundmusik zum Arbeiten hört.

Über die junge Dame, die bereits vor Beginn des Konzertes das Publikum mit spitzen Schreien beglückte, herrschte allgemein geteilte Meinung. Einige fanden den Auftritt anmaßend. Meiner persönlichen Meinung nach fügte sich der Auftritt ganz gut ins Bild. Ihre gelegentlichen spitzen Schreie waren weit weniger irritierend als die elektronischen Tonsignale, die bereits vor dem Auftritt begonnen hatten und die arythmisch und atonal das erste Klaviersolo durchzogen. Nach diversen tänzerischen Einlagen auf einer Art Treppengeländer neben den Stuhlreihen brüllte irgendjemand “Geh doch auf die Bühne!”

Alien auf roter Erde: die Weltraumtouristin bei Mouse on Mars

Alien auf roter Erde: die Weltraumtouristin bei Mouse on Mars

Sie: “Darf ich?” Die Zwischenrufe ergaben kein eindeutiges Meinungsbild, aber das hätte sie sowieso nicht aufgehalten. Als sie direkt am rechten Bühnenrand verschwand, dachte man schon, Madame würde kneifen, wurde aber sofort von einer Art Schattenspiel eines besseren belehrt. Kurze Zeit später fing sie an, auf der Bühne Räder zu schlagen. Spätestens der Einsatz als zweite Stimme beim Schlagzeug hätte zum Eklat führen können. Die Marsmäuse ließen sich aber in keinster Weise aus der Ruhe bringen. Experiment auf der ganzen Linie.

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Mouse on Mars - immer wieder gerne. Nur eben nicht als Hintergrundmusik. Und die Weltraumtouristin wäre gar nicht nötig gewesen. Die Musik war auch anregend. Vor allem das letzte Stück.

conspire. transmediale 08

Sunday, February 3rd, 2008

Ich hab mal ein Interview mit einem DJ gelesen, den der Interviewer gefragt hat: Warum sind Top-DJs eigentlich immer mit Topmodels zusammen?
DJ: Warum leckt sich ein Hund an den Eiern? Antwort: weil er’s kann!
In diesem Sinne berichtet euch euer rasender Reporter achimbo.de heute live von der Transmediale, dem Medienereignis im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Einfach weil er’s kann.

Auch wenn das anfangs nicht ganz so einfach zu sein schien, wie es jetzt aussieht…
Aber vielleicht muss ich weiter vorne anfangen: Ich organisiere derzeit die zweite Phase von Studien mit virtuellen Teams, die jeweils eine Website für einen realen Kunden erstellen - Kollaboration nur über virtuelle Plattformen (CollabStudie2). Dazu haben wir mehrere OpenSource-Tools mit RSS zu einer übersichtlichen Oberfläche mit “latest changes” vernetzt, damit man einen einheitlichen Einstieg in die Arbeit findet. Und dann: der SuperGAU (größter anzunehmender Unfall) - Totalausfall der DSL-Verbindung zuhause und tagsüber: Weiterbildung und auch offline.

Geht gar nicht. Daher habe ich beschlossen, mir ein Funkmodem zu besorgen, das auch funktioniert. Es ist sogar allgegenwärtig: mit Fehlermeldungen der Nummer 623, sobald ich anfange, Webseiten aufzurufen. Na gut - vielleicht müssen wir da noch mal ran, technisch.

Als ich vorhin in der S-Bahn zur Transmediale 08 saß, kam es noch dicker: Er wollte die PIN. Ich also offline. Bei dem Medienereignis im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Ich habe natürlich meine Freundin angerufen - die PIN lag ja auf dem Sofa. Dass das nicht klappen würde, hätte man schon beim Losfahren wissen können. Sie telefonierte “mal kurz” mit einer guten Freundin. Nicht dass wir nicht diverse Telefone hätten, aber da zu unterbrechen ist schwierig - und das weniger aus technischen Gründen. Aber als bessere Hälfte eines gut eingespielten Teams beantwortet sie meinen Anrufbeantworter-Hilferuf natürlich direkt nach dem Auflegen.

Rechte Seite der Transmediale-Bühne im Auditorium im

Rechte Seite der Transmediale-Bühne im Auditorium im “Haus der Kulturen der Welt”.

Das war der Moment, in dem mir peinlich bewusst wurde, dass ich im Riesenauditorium der schwangeren Auster mein Handy nicht ausgeschaltet hatte. Machte aber nichts - die Mitglieder des Panels beantworteten mein gequältes Lächeln nachsichtig mit einem noch gequälteren Lächeln. Sie waren sowieso schon am Ende - und das in jeder Hinsicht.

Linke Seite des Podiums. Der Chat als Hauptredner.

Linke Seite des Transmediale-Podiums. Der Chat als Hauptredner.

Der Anruf wäre aber gar nicht nötig gewesen: auf der Transmediale gibt es (hätte man wissen können) flächendeckend lecker WLAN. Ach ja: die Transmediale. Also: eigentlich alles wie immer. Die gleiche Mischung aus interessierten Rentnern und internationaler Multimedia-Avantgarde, total interaktive Ausstellungsstücke und - jetzt neu - ganz viele Kommentare zum Thema Social Software. Wie war das noch? Es ist alles gesagt, aber noch nicht von allen.

Fotos der Hipsters united (wieder werri internäschnl) findet ihr gegen später auf meiner Ipernity-Seite. Muss leider noch kurz ein bisschen Sir Simon Rattle gucken: der lässt jetzt wieder die Puppen tanzen, weil es das letzte mal so gut angekommen ist. Bei uns zuhause ist nämlich die Kultur ausgebrochen neuerdings. Nächste Woche is Beethoven.

Ach doch: ein Highlight war noch. Ich hab Fiona kennen gelernt, die unterrichtet auch Projektmanagement in Medienprojekten - in Irland. Vielleicht ist die nächste CollabStudie dann international. Dann können die Studis sich nicht heimlich treffen - bisher habe ich so den Verdacht, dass es da nicht immer mit rein virtuellen Dingen zugeht.

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Kreativbranche Berlin-Brandenburg

Thursday, November 15th, 2007

Schon im letzten Jahr stellte das Medienboard Berlin-Brandenburg in seiner Animationsstudie 2005 fest, dass “in der Region im Ländervergleich [...] ein überdurchschnittliches kreatives Potenzial [existiert]“. Laut media.net berlinbrandenburg e. V. entwickelt sich Medienbranche in Berlin und Brandenburg weiter positiv. Ein Indiz dafür seien knapp 1000 unbesetzte Stellen in diesem Bereich allein auf der Job-Plattform StepStone.

Glücklicherweise setzt sich derzeit in den Bundesministerien die Einsicht durch, dass die Kreativwirtschaft eine Schlüsselbranche der Zukunft ist. So könnte Berlin in besonderer Weise von der neuen “Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung” profitieren, die Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (BMWi), im Oktober ins Leben gerufen hat:

Wichtiges Ziel der Initiative ist es, die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs stärker in das politische Bewusstsein zu rücken und diesem die gleiche Anerkennung zu geben, wie sie etablierten Wirtschaftszweigen zukommt. In einem ersten Schritt werden eine Bestandsaufnahme der Potentiale und Herausforderungen vorgenommen, in einem zweiten Schritt konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Diese Initiative soll unter anderem auf die kleinteiligen Strukturen dieser Branche eingehen, Freiberufler fördern und die Bildung von Netzwerken unterstützen!

Besonders interessant dabei: zur Erhebung und Auswertung von Daten soll auch das Statistische Bundesamt herangezogen werden. Wir sind gespannt auf die Daten!

Danke an Rico-Thore Kauert für die Hinweise.

9to5 - zum Abschluss: ratloses Schweigen

Tuesday, August 28th, 2007

Sie ging sehr ruhig los, die Publikumsdiskussion zum Abschluss des 9to5-Kongresses. Holm Friebe konnte einem Leid tun, wie er da auf der Bühne versuchte, das Schweigen der Menge zu überbrücken. Frithjof Bergmann, der große Denker aus Ann Arbor, wollte eigentlich helfen, machte aber das ganze aber nur noch schlimmer mit seinem Kommentar, man solle bitte konkrete Vorschläge machen. Danach traute sich wirklich keiner mehr, den Mund auf zu machen, denn konkrete Vorschläge waren genau das, was hier keiner hatte.

Aber einen Schritt zurück: Das 9to5-”Festival” neigte sich dem Ende zu. Alle waren fertig, aber glücklich, und es galt, ein Resümee zu ziehen. Wir hatten uns also getroffen, diskutiert, in der Realität kennen gelernt und uns gegenseitig klar gemacht, dass Prokrastination keine Krankheit ist, sondern eine immanente Eigenschaft des Freiberufler-Daseins. Dass wir auf die Sicherheit unserer Netzwerke selber achten müssen. Und - das hat mich natürlich besonders gefreut - dass es Web-2.0-Tools gibt, die unsere Zusammenarbeit unterstützen können. Und schließlich Checklisten, Tipps und Fachratgeber zum Umgang mit rechtlichen Aspekten, selbstgemachten Subventionen, Ritalin und anderen stimulierenden Drogen ausgetauscht.

Und dann das Schweigen der Boheme. Nun lag die Frage auf dem Tisch: was jetzt? Nach langem gequälten Winden der Verantwortlichen im Rampenlicht ging die Diskussion schließlich doch los. Und kaum war der Damm gebrochen, wollten plötzlich alle. Mehr Kongresse zum Thema? Oder doch lieber Festivals? Jedenfalls muss was getan werden! Die Vorschläge gingen vom wöchentlichen Kaffeekränzchen mit Zukunftsdiskussion bis zur Quadratur des Kreises - die Gründung einer Gewerkschaft für Nicht-Angestellte. Das klang irgendwie widersprüchlich. Und genau da lag das Problem.

Bilder 9to5 Festival

Saturday, August 25th, 2007

Habe die versprochenen Bilder von 9to5 mal unter Album 9to5 Festival auf ipernity eingestellt.

9to5 - der Kongress zu “Wir nennen es Arbeit”

Thursday, August 23rd, 2007

Sitze auf der Dachterrasse von RADIALSYSTEM und arbeite mit Spreeblick.

9to5 - Telearbeit mit Spreeblick

Bei 9to5 - dem Kongress zu “Wir nennen es Arbeit” gibt es auch Arbeitsplätze. Heute morgen war ich zum ersten mal da. Anja, die sich später als eine Mischung aus guter Seele und Concierge von 9to5 herausstellte, musste erst noch bei Sebastian nachfragen, wie das geregelt ist. Die Website war in diesem Punkt nicht ganz eindeutig, aber es stellte sich heraus, dass die Arbeitsplätze mit WLAN auch ohne “Business-Ticket” genutzt werden können - ab 13:00h.

Telearbeit mit Spreeblick

Telearbeit mit Spreeblick - auf der anderen Seite des Flusses pikanterweise die Unterbringung der Gewerkschaft ver.di

Wie soll ich sagen - so hatte ich mir Telearbeit vorgestellt: Sonne, Liegestühle, die Spree, mondäne Industrieruinen und WLAN. Und rundrum schwirrt die digitale Boheme. Leider muss ich den Artikel für das Multimediajahrbuch 2008 noch fertig schreiben. Aber so ist diese Arbeit: Entspannung pur, aber immer hart an der Deadline.
Erste Fotos folgen gleich. Sonnige Grüße, Achim.

9to5, Wir nennen es Arbeit. Mit Holm Friebe. Sehr ernst.

9to5, Wir nennen es Arbeit. Mit Holm Friebe. Sehr ernst.

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