Archive for the ‘2.0’ Category

Ergebnisse der Social Networks-Umfrage der Forschungsgruppe Kooperationssysteme auf www.netzverbesserer.de kommentiert

Thursday, February 21st, 2008

Wir starten einen neuen Multiuser-Blog zu Social Software auf www.netzverbesserer.de

Die Überlegung:
* Wir bieten eine Reihe verschiedener Perspektiven auf das Thema Social Software, Enterprise 2.0, Projektmanagement, Web-2.0-Kultur und angrenzende Themen
* Die interessantesten Blogs im Netz fokussieren auf ein Thema
* Die interessantesten Blogs im Netz veröffentlichen regelmäßig
* Keiner von uns hat Zeit, häufig und regelmäßig zum Thema zu schreiben
* Gemeinsam haben wir also mehr Chancen, einen interessanten Themen-Blog anzubieten

Daher werden diese Themen möglicherweise nach und nach auf meinen Blog auf Netzverbesserer abwandern - hier machen sich im Moment sowieso gerade alle möglichen Themen breit und der Fokus verschiebt sich hin zu einem Blog über mein Privatleben…

Die versprochene Besprechung der Ergebnisse der SNS-Umfrage der Forschungsgruppe Kooperationssysteme habe ich daher schon mal unter http://www.netzverbesserer.de/node/6 veröffentlicht.

Ergebnisse der Umfrage zur “privaten Nutzung von Social-Networking-Services in Deutschland”

Monday, February 18th, 2008

Soeben erreichte mich die Nachricht, dass die Umfrage zur “privaten Nutzung von Social-Networking-Services in Deutschland” der Universität der Forschungsgruppe Kooperationssysteme der Bundeswehr München ausgewertet ist.

Erste Ergebnisse können hier abgerufen werden: Umfrageergebnisse SNS

Leider werde ich sie mir erst morgen angucken können. Im media centre (Veranstalter: Andreas Gebhard und Markus Beckedahl von Newthinking Communications) in Berlin beginnt gleich der Vortrag des Web 2.0-Gurus Richard Stallman: Die Philosophie und Geschichte der Freien Software. Wir werden berichten. Bleiben Sie stark.

Geschäftsprozesse und Electronic Performance Monitoring: Adobe Livecycle Enterprise Suite

Monday, February 18th, 2008

Die jüngst postulierte Unternehmensoberfläche lässt sich seit geraumer Zeit mit der Adobe® LiveCycle® ES Workbench und dem LifeCycle Designer erstellen. Laut Website bieten die Tools die Möglichkeit zur arbeitsteiligen Erstellung und Umsetzung von Geschäftsprozessen in eine integrierte Oberfläche: Die Aufzeichnung der Business Processes erfolgt durch einen Business Analyst. Die entsprechenden Formularen werden von einem “Form Designer” erstellt, der für Gestaltung und Usability verantwortlich ist. Die Modellierung erfolgt (wahlweise Wizard-gestützt) in einer BPMN-konformen Notation (Business Process Modeling Notation). Entwickler können anschließend aus darunterliegenden Webservices (per drag-and-drop!) über Databinding-Komponenten die Anwendungen zusammensetzen.

Auch wenn solche integrierten Systeme erfahrungsgemäß nicht ganz so reibungslos funktionieren, wie von der Marketingabteilung des Herstellers angekündigt, könnten sie sich als Meilenstein der Wirtschaftsgeschichte erweisen. So hat eine Studie von IDS Scheer, die sich bekanntlich ebenfalls intensiv mit BPM beschäftigen, vor einiger Zeit ergeben, dass 80% der befragten Unternehmen mit den Möglichkeiten der Modellierung zufrieden sind, die Probleme dagegen in der konkreten Umsetzung liegen. Die bequeme Erstellung entsprechender Arbeitsoberflächen und die Möglichkeit, diese flexibel und zeitnah den aktuellen Bedürfnissen des Mitarbeiters anzupassen, könnte das ändern.

Diese Entwicklungen [Teams, die in Lotus Notes arbeiteten] führten dazu, dass Business Process Engineering sich zum Design IT-gestützer Prozesse hin veränderte (6).
Tapscott, Don: Rethinking Information Technology and Competitive Advantage, 2005

Mit der Enterprise Suite lassen sich die Benutzeroberflächen nicht nur auf die tatsächlichen Erfordernisse anpassen - man kann auch ihre Nutzung “überwachen”. Dazu stellt die Enterprise Suite ein Business Activity Monitoring-Modul (BAM) zur Verfügung. Bei solchen Überlegungen bekommt die Belegschaft verständlicherweise das Laufen. Man hat denn auch festgestellt, dass Electronic Performance Monitoring die Leistung vor allem von unerfahrenen Mitarbeitern und bei komplexeren Aufgaben eher verschlechtert (Aiello & Kolb, 1995; Davidson & Henderson, 2000; zitiert nach Hertel, Guido & Konradt, Udo, 2007: Telekooperation und virtuelle Teamarbeit. München: Oldenbourg, Lehrbuchreihe interaktive Medien, S. 64f.). Interessanterweise gilt das nicht für virtuelle Teams, bei denen zwar auch keine Leistungssteigerung, aber ein besserer Teamzusammenhalt (Kohäsion) festgestellt wurden.

Oberfläche

Screenshot der Oberfläche aus dem Blog von Christoph Rooms

Eine mögliche Erklärung ist, dass virtuelle Zusammenarbeit unter mangelndem Feedback leidet und die Mitarbeiter sich sicherer fühlen, wenn sie wissen, dass ihre Aktivitäten von den anderen Teammitgliedern wahrgenommen werden können. Sie können dann davon ausgehen, dass die andere Seite sich melden wird, wenn sie andere Vorstellungen vom Arbeitsfortschritt hat - schließlich bietet die Möglichkeit des Monitorings auch eine gewisse Verpflichtung und die Verantwortung wird auf die andere Seite verschoben (entweder den Chef oder die Teammitglieder). EPM wird damit - wenn man es richtig einsetzt - in der Wahrnehmung der Teammitglieder vom Instrument kontrollwütiger, allgewaltiger Manager zu einer positiven Angelegenheit: Die “Überwachung” auf individuell zusammengestellten Dashboards - die jetzt zudem in beiden Richtungen stattfinden kann - vermittelt die Sicherheit, dass die unsichtbaren anderen ebenfalls an ihren Aufgaben arbeiten und man sich auf die rechtzeitige Fertigstellung der benötigten Dokumente und Designs verlassen kann, die man zum Weiterarbeiten braucht.

“… the new technologies are significant because they can potentially knit together an enterprise and facilitate knowledge work in ways that were simply not possible previously.”
(McAfee, Andrew (Spring 2006): Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration. In: MIT Sloan Management Review, Jg. 47, H. 3, S. 20–28, S. 22)

Zusammen mit Gruppeneditoren wie Wikis und anderer Social Software könnten Oberflächen-Baukästen wie die Enterprise Suite so zu einem wichtigen Baustein für virtuelle und andere Unternehmen werden.

Befraute Raumfahrt

Sunday, February 17th, 2008

Wir wissen nicht genau, was sie genommen hatte. Es muss irgendwie anregend gewesen sein.

Aber erst mal zum Konzert: Mouse on Mars wieder mal in Hochform. Tim hatte mich vorher gewarnt: Mittlerweile machen sie eher Geräusche, war glaube ich die Kernaussage. Das letzte Mouse-on-Mars-Konzert, das wir vor Jahren im Columbia Fritz gesehen hatten, war denn auch noch vergleichsweise melodisch gewesen. Damals waren zwei DJs als Vorgruppe aufgetreten. Auch irgendwas Namhaftes. Als Mouse on Mars auf die Bühne kamen, teilten sie dem Publikum als erstes mit, dass sie erstaunt seien, mit welcher Gelassenheit das Berliner Publikum diese hochkarätigen MXe über sich ergehen lassen habe und deuteten an, dass sie nach einem Lied die Bühne verlassen würden, wenn die Zuhörer weiter kiffend auf dem Betonboden sitzen bleiben würden. Das Berliner Publikum hatte sich gnädig erhoben und es wurde ein gutes Konzert.

Mouse on Mars on Stage

Mouse on Stage

Diesmal - akademischer und in der Akademie der Künste - vergleichsweise symphonisch. Grandioses Klavier zum Einstieg. Spätestens beim Einsatz des Schlagzeugs konnte man die Geräusche wieder guten Gewissens als Musik bezeichnen. Wenn auch nicht die Sorte, die man als Hintergrundmusik zum Arbeiten hört.

Über die junge Dame, die bereits vor Beginn des Konzertes das Publikum mit spitzen Schreien beglückte, herrschte allgemein geteilte Meinung. Einige fanden den Auftritt anmaßend. Meiner persönlichen Meinung nach fügte sich der Auftritt ganz gut ins Bild. Ihre gelegentlichen spitzen Schreie waren weit weniger irritierend als die elektronischen Tonsignale, die bereits vor dem Auftritt begonnen hatten und die arythmisch und atonal das erste Klaviersolo durchzogen. Nach diversen tänzerischen Einlagen auf einer Art Treppengeländer neben den Stuhlreihen brüllte irgendjemand “Geh doch auf die Bühne!”

Alien auf roter Erde: die Weltraumtouristin bei Mouse on Mars

Alien auf roter Erde: die Weltraumtouristin bei Mouse on Mars

Sie: “Darf ich?” Die Zwischenrufe ergaben kein eindeutiges Meinungsbild, aber das hätte sie sowieso nicht aufgehalten. Als sie direkt am rechten Bühnenrand verschwand, dachte man schon, Madame würde kneifen, wurde aber sofort von einer Art Schattenspiel eines besseren belehrt. Kurze Zeit später fing sie an, auf der Bühne Räder zu schlagen. Spätestens der Einsatz als zweite Stimme beim Schlagzeug hätte zum Eklat führen können. Die Marsmäuse ließen sich aber in keinster Weise aus der Ruhe bringen. Experiment auf der ganzen Linie.

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Mouse on Mars - immer wieder gerne. Nur eben nicht als Hintergrundmusik. Und die Weltraumtouristin wäre gar nicht nötig gewesen. Die Musik war auch anregend. Vor allem das letzte Stück.

conspire. transmediale 08

Sunday, February 3rd, 2008

Ich hab mal ein Interview mit einem DJ gelesen, den der Interviewer gefragt hat: Warum sind Top-DJs eigentlich immer mit Topmodels zusammen?
DJ: Warum leckt sich ein Hund an den Eiern? Antwort: weil er’s kann!
In diesem Sinne berichtet euch euer rasender Reporter achimbo.de heute live von der Transmediale, dem Medienereignis im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Einfach weil er’s kann.

Auch wenn das anfangs nicht ganz so einfach zu sein schien, wie es jetzt aussieht…
Aber vielleicht muss ich weiter vorne anfangen: Ich organisiere derzeit die zweite Phase von Studien mit virtuellen Teams, die jeweils eine Website für einen realen Kunden erstellen - Kollaboration nur über virtuelle Plattformen (CollabStudie2). Dazu haben wir mehrere OpenSource-Tools mit RSS zu einer übersichtlichen Oberfläche mit “latest changes” vernetzt, damit man einen einheitlichen Einstieg in die Arbeit findet. Und dann: der SuperGAU (größter anzunehmender Unfall) - Totalausfall der DSL-Verbindung zuhause und tagsüber: Weiterbildung und auch offline.

Geht gar nicht. Daher habe ich beschlossen, mir ein Funkmodem zu besorgen, das auch funktioniert. Es ist sogar allgegenwärtig: mit Fehlermeldungen der Nummer 623, sobald ich anfange, Webseiten aufzurufen. Na gut - vielleicht müssen wir da noch mal ran, technisch.

Als ich vorhin in der S-Bahn zur Transmediale 08 saß, kam es noch dicker: Er wollte die PIN. Ich also offline. Bei dem Medienereignis im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Ich habe natürlich meine Freundin angerufen - die PIN lag ja auf dem Sofa. Dass das nicht klappen würde, hätte man schon beim Losfahren wissen können. Sie telefonierte “mal kurz” mit einer guten Freundin. Nicht dass wir nicht diverse Telefone hätten, aber da zu unterbrechen ist schwierig - und das weniger aus technischen Gründen. Aber als bessere Hälfte eines gut eingespielten Teams beantwortet sie meinen Anrufbeantworter-Hilferuf natürlich direkt nach dem Auflegen.

Rechte Seite der Transmediale-Bühne im Auditorium im

Rechte Seite der Transmediale-Bühne im Auditorium im “Haus der Kulturen der Welt”.

Das war der Moment, in dem mir peinlich bewusst wurde, dass ich im Riesenauditorium der schwangeren Auster mein Handy nicht ausgeschaltet hatte. Machte aber nichts - die Mitglieder des Panels beantworteten mein gequältes Lächeln nachsichtig mit einem noch gequälteren Lächeln. Sie waren sowieso schon am Ende - und das in jeder Hinsicht.

Linke Seite des Podiums. Der Chat als Hauptredner.

Linke Seite des Transmediale-Podiums. Der Chat als Hauptredner.

Der Anruf wäre aber gar nicht nötig gewesen: auf der Transmediale gibt es (hätte man wissen können) flächendeckend lecker WLAN. Ach ja: die Transmediale. Also: eigentlich alles wie immer. Die gleiche Mischung aus interessierten Rentnern und internationaler Multimedia-Avantgarde, total interaktive Ausstellungsstücke und - jetzt neu - ganz viele Kommentare zum Thema Social Software. Wie war das noch? Es ist alles gesagt, aber noch nicht von allen.

Fotos der Hipsters united (wieder werri internäschnl) findet ihr gegen später auf meiner Ipernity-Seite. Muss leider noch kurz ein bisschen Sir Simon Rattle gucken: der lässt jetzt wieder die Puppen tanzen, weil es das letzte mal so gut angekommen ist. Bei uns zuhause ist nämlich die Kultur ausgebrochen neuerdings. Nächste Woche is Beethoven.

Ach doch: ein Highlight war noch. Ich hab Fiona kennen gelernt, die unterrichtet auch Projektmanagement in Medienprojekten - in Irland. Vielleicht ist die nächste CollabStudie dann international. Dann können die Studis sich nicht heimlich treffen - bisher habe ich so den Verdacht, dass es da nicht immer mit rein virtuellen Dingen zugeht.

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Evolutionspsychologie

Wednesday, January 30th, 2008

Lange verpönt, aber in den letzten 40 Jahren als seriöses Paradigma in der Psychologie etabliert: die Evolutionspsychologie würdigt endlich auch beim Denken, dass wir vom Affen abstammen - eine heilige Kuh fällt tot um.

War neulich an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart. Wir hatten noch ein bisschen Zeit bis zum Meeting mit unseren Projektpartnern und nahmen die Bibliothek unter die Lupe. Und da machte ich eine Entdeckung: es gibt sie tatsächlich, die Evolutionspsychologie.

Vor kurzem hatte ich noch in einem Seminar eine Folie gebastelt, auf der ein paar durch die Savanne schlendernde Homo habilis (oder besser Homines habilis?) abgebildet waren und daneben eine Serie von Gehirnen – vom Insekt und Lurch über das (in dieser Hinsicht sehr gut erforschte) Geflügelhirn, über Säugetiere hin zum Mensch. Ich wollte illustrieren, dass man im Projektmanagement manche gruppendynamischen Prozesse nur erklären kann, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der liebe Gott unser Gehirn für Jäger und Sammler gemacht hat. Selbstverständlich habe ich erwähnt, dass ich dafür – quellentechnisch – nur über Literatur aus den Achzigern verfüge, die seinerzeit auch nicht ganz unumstritten war: Hoimar von Ditfurths „Der Geist fiel nicht vom Himmel“. Bevor ich die Folien zum Download auf den Server gelegt habe, habe ich die Folie dann auch verschämt wieder entfernt.

Vielleicht erklärt das meinen Freuden-Kiekser bei der Entdeckung des Artikels in der Zeitschrift für Medienpsychologie. Frank Schwab weist darin anhand von Quellen nach, dass sich in den letzten vierzig Jahren ein Trend in der psychologischen Forschung nachweisen lässt: weg von der Psyche als hierarchielose, geschlechtsneutrale Tabula Rasa - also der Soll-Beschreibung des politisch korrekten Menschenbildes.

Der Kernsatz lautet: Der “Kampf ums Überleben [bedeutet] keineswegs eine Natur als blutiges Schlachtfeld. Gegen dieses Bild sprach sich schon Darwin aus.” (Schwab 2007, S. 141)

Jetzt ist es also amtlich: auch unser Gehirn stammt vom Affen ab. Willkommen, Wissenschaft, an diesem Punkt. Und: schön, dass man darüber jetzt tabulos darüber schreiben und eindrucksvolle, einleuchtende und sehr, sehr zielführende Bilder an die Wand werfen darf, ohne sich dafür zu schämen. Gerade gruppendynamische Prozesse (und um die geht es im projektmanagement häufig) lassen sich einfach ohne diesen Hintergrund nur schwer erklären. Und wenn man sie nicht versteht und einordnen kann, kann man auch nicht vernünftig damit umgehen.

Literatur: Schwab, Frank (2007): Evolutionäres Denken: Missverständnisse, Trugschlüsse und Richtigstellungen. In: Zeitschrift für Medienpsychologie, Jg. 19, H. 4, S. 140–144.

Von der universellen Wahrheit zum Cluster

Saturday, January 19th, 2008

Man kann über sein Buch “blink” denken was man will (ich persönlich fand es nicht rasend erhellend) - in diesem Vortrag ist er brillant. Anhand der Geschichte seines Freundes Howard Moskowitz - “a man of certain intellectual standards” und “well known as the reinventor of spaghetti sauce” - verdeutlicht er auf erfrischende Weise den Paradigmenwechsel, der sich in der Wissenschaft seit einiger Zeit ereignet: weg von der einen, reinen Wahrheit und hin zu einer Beschreibung der Variation (”The movement from the search for universals to the understanding of variability”):

Video

By the way: I myself happen to be one of those addicts of “extra chunky” sauce and appreciate the outcomes of this kind of research…

Abgesehen davon wird Usability in absehbarer Zeit ein brisanteres Thema werden. Auch die Auswertungen von Trackingdaten werden eine immer größere Rolle spielen - bis hin zur erfolgsabhängigen Bezahlung von Agenturen: nur gut nutzbare, stark frequentierte und von Usern tatsächlich mit Daten gefütterte Websites werden noch gut bezahlt werden. Und die Bewertung dieser Nutzerdaten ist ohne diese Sichtweise der Variationen und “Clusters” nicht denkbar. Denn genau wie bei den geschmacklichen Vorlieben für eine Sorte von Kaffee, Sauce oder Cola gibt es nicht das eine, richtige Nutzerverhalten - es gibt eine ganze Reihe verschiedener Ansätze, sich auf einer Site zu bewegen, je nach Charakter, Tagesform und aktueller Aufgabenstellung.

Als wir Anfang 2006 unsere Interviewreihe mit Projektmanagern in Internetprojekten gemacht haben, haben wir unter anderem diese Frage gestellt: wird es einen Trend zu erfolgsabhängiger Bezahlung bei Webprojekten geben. Die Antworten fielen durchweg negativ aus (meistens wurde uns beschieden, dass das nicht funktionieren könne), so dass wir schon vermuteten, wir hätten mit unserer Frage komplett falsch gelegen. Bei einem Gespräch mit einem hochrangigen Agenturmitarbeiter aus gewöhnlich gut informierten Chefetagen erfuhr ich neulich zu meiner Erleichterung, dass dieser Ansatz derzeit sehr wohl heiß diskutiert werde. Es sei nur noch kein Konsens zur Bewertung der Ergebnisse in Sicht. Vielleicht kann die Sichtweise der Cluster dabei eine Hilfe sein.

Hypes and Bubbles

Thursday, January 3rd, 2008

Über einen Absatz bei O’Reilly (den ersten in “What Is Web 2.0?”) bin ich wieder auf ein altes Thema gestoßen, das ich hier schon mal behandelt hatte: den Web-2.0-Hype. Im Kern geht es mir darum, mich nicht bei jeder Erwähnung des Begriffes gegenüber einigen Menschen verteidigen zu müssen, die mit Schaum vor dem Mund und rollenden Augen behaupten, das Thema sei ein Hype und völlig überbewertet - und jegliche Argumentation, die sich darauf stützt, sei damit automatisch hinfällig.

Endlich handelt es sich um konkrete Hinweise, dass das Thema schon in der Fachliteratur behandelt ist:

CarlotaPerez (2002):Review of technological revolutions and financial capital: the dynamics of bubbles and golden ages. Edward Elgar, London, $ 45.00, ISBN 1 84064 922 4

Ich habe das Buch zwar noch nicht gelesen, aber die Book Review im Journal of Evolutionary Economics lässt gutes hoffen. Perez hat offenbar schon 2004 darauf hingewiesen, dass es diese Hypes schon mehrfach gegeben hat - und dass sie nicht das Ende der Idee, Technologie oder Epoche sind, sondern der Beginn der (”synergetischen”) Nutzung:

In Carlota Perez’s model each long wave is divided into two phases, installation
and deployment, and each of these phases is further subdivided into two stages,
irruption and frenzy, and synergy and maturity respectively. A turning point is
reached at the end of the installation period, during which the bubble economy
created in the frenzy stage of irruption bursts.

Vielleicht sollten wir das mal lesen und dann bei der nächsten Web-2.0-Diskussion nochmal alle tief durchatmen, bevor die Beiträge wieder in die ganz-oder-garnicht-Richtung gehen…

Adobe: Kollaborationsoberflächen für Unternehmen

Thursday, January 3rd, 2008

Die Vision von Unternehmens-Oberflächen, die die wichtigsten Workflows des Unternehmens abbilden und gleichzeitig die wichtigsten Werkzeuge für die Bearbeitung anbieten, wird immer realisierbarer: Auf der ADOBE MAX Konferenz in Chicago wurden einige neue Flash-Elemente vorgestellt, aus denen man solche “Workfaces” erstellen kann:

  • Spry: neues AJAX-Framework von Adobe
  • CoCoMo: Komponentenframework für Adobe Connect
  • Pacifia: VoIP-Lösung für Flash, FLEX und AIR (ehem. Apollo)
  • Buzzword: Online-Textverarbeitung im Flash-Plugin
  • Share: zentraler Speicherort (Upload) für Dokumente im Flash-Paper-Format, können aus Share heraus in Webseiten eingebettet werden und gemeinsam online bearbeitet werden.

(Quelle: König, Kai: Ausverkauft; i’X 12/2007, S. 30)

Fügt man diesen die personalisierte Zusammenstellung von Tools durch FLEX und Videoconferencing, Shared Whiteboard und Application Sharing mit MediaServer hinzu, dann hat man alles, was man benötigt.

Online-Projektmanagement mit Video Conferencing

Thursday, January 3rd, 2008

Projectplace, Anbieter webbasierter Projektmanagementlösungen, bringt zusammen mit Netviewer „One2meet“, ein Webconferencing-Tool auf den Markt. Mit diesem soll es möglich sein, die Projektmanagement-Daten gemeinsam zu besprechen. Parallel kann eine VoIP-Verbindung gestartet werden (Quelle: iBusiness [Zugang für Mitglieder]).