Archive for the ‘Collaboration’ Category

9to5 - der Kongress zu “Wir nennen es Arbeit”

Thursday, August 23rd, 2007

Sitze auf der Dachterrasse von RADIALSYSTEM und arbeite mit Spreeblick.

9to5 - Telearbeit mit Spreeblick

Bei 9to5 - dem Kongress zu “Wir nennen es Arbeit” gibt es auch Arbeitsplätze. Heute morgen war ich zum ersten mal da. Anja, die sich später als eine Mischung aus guter Seele und Concierge von 9to5 herausstellte, musste erst noch bei Sebastian nachfragen, wie das geregelt ist. Die Website war in diesem Punkt nicht ganz eindeutig, aber es stellte sich heraus, dass die Arbeitsplätze mit WLAN auch ohne “Business-Ticket” genutzt werden können - ab 13:00h.

Telearbeit mit Spreeblick

Telearbeit mit Spreeblick - auf der anderen Seite des Flusses pikanterweise die Unterbringung der Gewerkschaft ver.di

Wie soll ich sagen - so hatte ich mir Telearbeit vorgestellt: Sonne, Liegestühle, die Spree, mondäne Industrieruinen und WLAN. Und rundrum schwirrt die digitale Boheme. Leider muss ich den Artikel für das Multimediajahrbuch 2008 noch fertig schreiben. Aber so ist diese Arbeit: Entspannung pur, aber immer hart an der Deadline.
Erste Fotos folgen gleich. Sonnige Grüße, Achim.

9to5, Wir nennen es Arbeit. Mit Holm Friebe. Sehr ernst.

9to5, Wir nennen es Arbeit. Mit Holm Friebe. Sehr ernst.

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Whiteboard und Application Sharing in Skype!

Thursday, March 15th, 2007

Unyte Application Sharing [Re: Skype 3.1 und Pamela for Skype]
von Joachim Bode - Donnerstag, 15 März 2007, 16:02
Wir sind gerade dabei, das Skype-Extra Unyte Application Sharing auszuprobieren: ein hervorragendes Tool, um online zusammen zu arbeiten. Alles noch ein bisschen langsam und hölzern, aber das lag vermutlich daran, dass Benjamin von zu hause aus verbunden ist und die zur Verfügung stehende Bandbreite demnach nicht allzu üppig ist.

Jedenfalls ermöglicht es Unyte sogar, beim anderen den Cursor zu steuern und in dessen Word eigene Texte einzugeben - richtige Zusammenarbeit (während einer Besprechung) ist also möglich. Man kann dem anderen auch seinen gesamten Bildschirm zeigen. Mehr kommt man bei einem realen Besuch am Schreibtisch anderer Teammitglieder auch nicht zu sehen…

Und das ganze ist sogar sicher - nach eigener Ankündigung von Unyte wird jede Übertragung 128-Bit-verschlüsselt.

Blogging für die Wissenschaft?

Friday, March 2nd, 2007

Der Unterschied zwischen einem Blog und einer wissenschaftlichen Veröffentlichung besteht unter anderem darin, dass ein Blog eher ein Tagebuch dessen darstellt, was in der Usability-Forschung (wenn auch mit anderen Zielen) als „Thinking Loud“, als Methode des lauten Denkens bezeichnet wird. Das impliziert, dass es hier erlaubt ist, unreife Hypothesen auszuspinnen, die in wissenschaftlichen Veröffentlichungen schon etwas fundierter dargelegt werden sollten.

Schnell und vorläufig
Auch wissenschaftliche Papers haben – siehe Poppers kritischer Realismus – keinen Anspruch auf Endgültigkeit (über ihnen hängt lebenslänglich das Damoklesschwert der Falsifikation). Insbesondere in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, die auf empirischer Forschung aufbauen müssen, kann also von Endgültigkeit keine Rede sein.
Trotzdem haben Blogs eine andere Qualität: sie können dazu dienen, die wirren Gedankengänge widerzugeben, die erst zu einer Hypothese führen sollen. Mit der Lektüre eines Blogs bekommt man also eine Historie der Gedanken - ähnlich den Darstellungen in Case Studies, wo die Situation der Unwissenheit zum Ausgangspunkt gemacht wird und dann beschrieben wird, wie sich langsam Ergebnisse herauskristallisieren. Und sie können ein frühes Feedback - und damit ein kollaboratives Forschen - ermöglichen.

Action Research
In den schnelllebigen Bereichen der Wirtschaftswissenschaften – insbesondere dort, wo der Einfluss einer sich rasant entwickelnden Technologie eine Rolle spielt – können Blogs daher wissenschaftliche Überlegungen bereits verbreiten, bevor langwierige empirische Untersuchungen abgeschlossen sind. In diesem Sinne sind auch die wissenschaftlichen Methoden bereits dabei sich zu verändern. So sprechen etwa Probst und Romhardt in Bausteine des Wissensmanagements - ein praxisorientierter Ansatz von „Action Research“, einem Ansatz, bei dem die klassische Reihenfolge von Hypothesenbildung und ihrer Untermauerung durch Versuche umgedreht wird:

Für die Wirtschaftsinformatik hat sich deshalb ein auf Prototypen und Fallstudien baisertes Vorgehen etabliert, das schließlich auch im anglo-amerikanischen Raum als recht verbreitete Form des „Action Research“ umgesetzt werden kann. Dazu wird zunächst eine gemeinsam von Praxis und Wissenschaft definierte Problemstellung strukturiert, um danach vor dem theoretischen und praktischen Erfahrungshintergrund Vorschläge zu entwickeln, wie die betriebliche Wirklichkeit zu gestalten ist. Durch die Umsetzung dieser Gestaltungsempfehlungen in der Praxis können diese Vorschläge überprüft und die dahinter liegende Theorie verfeinert und angepasst werden [vgl. Österle et al. 1999, 35ff]. Dieses Vorgehen impliziert immer auch die Forderung nach der Bildung oder Fundierung von Theorien.

(Quelle: Probst, G.J.B. & Romhardt, K., 1997)

Design Research
Auch Marktforschung und Usabilityuntersuchungen werden unter dem Gesichtspunkt der Geschwindigkeit effektiver, wenn unter dem Begriff „Design Research“ (Einführung ins Thema Design Research, engl.) Zielgruppenpräferenzen neuerdings eher an Personas (siehe z.B. Brenda Laurel Interview Design Research, engl.) festgemacht werden als an langwierigen und aufwendigen Millieustudien. Auch wenn ein wissenschaftliches „Time-to-Market“ hier nicht das Ziel war, sondern eher die Feststellung, dass die klassische Einteilung soziodemografische Zielgruppen vielleicht nicht mehr ganz zutreffend ist (wie wir das in Bode, J.; König, A.: “Vernetzte Medienproduktionen im Wandel”, in: Lippert, Werner (Hrsg.): Annual Multimedia 2007, S. 44-54; Walhalla Fachverlag, Regensburg) kurz angerissen haben, könnte dieser Ansatz zu einer weniger aufwändigen Forschung, schneller gefassten Hypothesen und damit einer schnelleren Diskussion von Zwischenergebnissen führen.

Man beachte allerdings, dass die Vertreter beider Ansätze (Action Research und Design Research) hervorheben, dass die dadurch gewonnen Hypothesen anschließend durch wissenschaftliche Untersuchungen und Ausarbeitungen untermauert und belegt werden müssen.

Beratungs- und Trendforschungsunternehmen
Ein weiteres Beispiel ist die Durchführung von sowohl qualitativen als auch vor allem quantitativen Umfragen durch Beratungs- und Trendforschungsunternehmen: Über meinen iBusiness-Account erfahre ich in unserem Bereich der Multimedia-Agenturen deutlich schneller über relevantes Zahlenmaterial als durch wissenschaftliche Veröffentlichungen. Auch hier kann man sich über die statistische Signifikanz der Stichprobe für die untersuchte Population streiten (vgl. Bortz, J.; Döring, N.: Forschungsmethoden und Evaluation: für Human- und Sozialwissenschaftler, 3. überarb. Aufl., Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York 2002). Zur Gewinnung erster Hypothesen können sie jedoch – im Vergleich zu den klassischen, selbst angestellten Erhebungen – zu enormen Steigerungen der Geschwindigkeit führen.

Öffentliches Peer-Reviewing
In diesem Sinne haben auch die renommierten wissenschaftlichen Publikationsorgane begonnen, sich mit den neuen Methoden auseinander zu setzen und erste Versuch unternommen, den Peer-Reviewing-Prozess öffentlich zu machen und ins Netz zu übertragen:

“We’re not convinced that peer review has to be changed,” said Linda Miller, Nature’s executive editor. “But just because peer review has always been done a certain way doesn’t mean that it’s the best way to select manuscripts.”

(Quelle: Fallik, Dawn: Casting wide net for peers’ review - Some academic journals are replacing the secret-evaluation part of the process with online critiques for research authors, Blog des Philadelphia Inquiror vom 20.10.2006)

Blogs als Vorstufe
Hier soll keiner unwissenschaftlichen Forschung das Wort geredet werden. Aber die Zunahme der Geschwindigkeit bei der Hypothesenbildung und die schnellere Veröffentlichung und damit Diskussion von Annahmen durch Blogs können doch zu einer neuen Qualität wissenschaftlicher Forschung beitragen. In diesem Sinne bitte ich auch die hier veröffentlichten „Knowlets“ – kleiner Abrisse von täglichen Gedanken, die teilweise nicht weiterverfolgt werden können – zu betrachten.

Im systemtheoretischen Wissenschaftsbegriff von Luhmann müsste man Einträge in Blogs also wohl eher der Umwelt des wissenschaftlichen Systems zuordnen. Sie sind Teil der gesellschaftlichen, nicht der wissenschaftlichen Kommunikation und bestenfalls eine Vorstufe zur wissenschaftlichen Erkenntnis und können als solche (aber das eben schneller) Irritationen im wissenschaftlichen System hervorrufen. Im Luhmannschen Sinne anschlussfähig für wissenschaftliche Operationen können sie nicht sein (vgl. Luhmann, Niklas: Die Wissenschaft der Gesellschaft, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1992).

Blogs geben also teilweise unausgegorene Ideen und Entwürfe wider, auch dieser. Daher mein Disclaimer: Die Ziehung der Bloggozahlen auch in diesem Blog - wie immer ohne Gewähr.

Web-2.0-Tools in der Agentur: Virtuelle Projektteams durch Social Software

Monday, February 26th, 2007

Wir testen in unserem Forschungsprojekt 4CforMedia derzeit den Einsatz von Social Software in Medienprojekten – speziell Online-Projekten – an der TFH Berlin und der HdM Stuttgart. In der Lehre und bei der Zusammenarbeit im Forschungsteam setzen wir bereits solche Tools ein.

Für April ist ein Versuch unter realistischen Bedingungen (mit realem Kunden) an der TFH geplant, der uns Aufschlüsse darüber geben soll, ob sich die Tools auch bei konkreten Online-Projekten bewähren. Danach müssen sie in der Praxis in Agenturen getestet werden.

Dazu haben wir in qualitativen Interviews mit großen deutschen Multimedia-Agenturen herausgefunden, dass viele in dieser Richtung bereits einige Versuche unternommen haben (Bedarf scheint also zu bestehen). Diese Versuche sind jedoch meist fehlgeschlagen, weil sie immer dann unternommen wurden, wenn Projekte ohnehin gerade ins Trudeln geraten waren und unter diesem Druck die technischen Probleme nicht bewältigt werden konnten. Darüber hinaus gibt es Untersuchungen, die die Unternehmenskultur für solche Fehlschläge verantwortlich machen.

VideoConferencing für die “Unternehmens- Oberfläche”

Saturday, November 11th, 2006

Schon wieder neue Meldungen zum Thema “Intranets werden zur Benutzeroberfläche des Unternehmens” (siehe Vom Intranet zur Universalsoftware):
Lotus Sametime 7.5 bietet Video Conferencing und Podcasts für die Unternehmens-Oberfläche:

Michael Rhodin, General Manager, Lotus Software, IBM, erläutert: “Lotus Sametime 7.5 ist die erste integrierte Kommunikationsplattform für Unternehmen, die Instant Messaging, Web Conferencing und Sprachanwendungen einschließt.”

(Quelle: Lotus Sametime 7.5 als die integrierte Plattform.)

So wird VC ein ganz selbstverständlicher Teil der Unternehmens- Kommunikation. Allen Unkenrufen (Telearbeit sei nur Science Fiction) zum Trotz ist damit der Übergang zwischen virtuellem und realem Arbeitsplatz wieder ein Stückchen in die Virtualität verschoben worden.

Auch der Hardware-Hersteller Intel wagt sich in diesen Bereich vor und setzt voll auf Social Intelligence und Web 2.0. Laut silicon.de
arbeitet Intel mit vielen einschlägigen Anbietern (Six Apart, Socialtext, NewsGator und SimpleFeed) zusammen, um sich mit der Internet Business Suite namens ‘SuiteTwo’ einen Einstieg in den Collaboration-Markt zu sichern.

CEO: Die Jüngeren kennen keine Grenzen beim Teilen von Informationen

Saturday, November 11th, 2006

Nach einer aktuellen Umfrage des Beratungshauses PricewaterhouseCoopers (PWC) unter 153 Entscheidern glauben 83 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass technisches Wissen gepaart mit kreativem und kollaborativem Denken auszusterben droht. Die Suche nach kreativen IT-Mitarbeitern gestalte sich schwierig. 55 Prozent gaben an, dass mathematische, wissenschaftliche und technische Talente in Indien und China heute leichter zu bekommen sind als im “Westen”. (Zitiert nach: Firmen suchen händeringend IT-Manager mit Ideen)

Im Studiengang Druck- und Medientechnik an der Technischen Fachhochschule in Berlin (TFH Berlin) versuchen wir daher, die Studierenden so umfassend wie möglich mit den neuen Technologien vertraut zu machen: von kollaborativem Tagging auf del.ici.us über Wikis bis zum virtuellen Studiengang auf Basis der Plattform Adobe/Macromedia Breeze. Denn nur wer viele Möglichkeiten kennt, kann diese auf neue und ungewohnte Weise miteinander verknüpfen. Und für wen die Zusammenarbeit über das Internet tägliche Normalität ist, der kann auch in Unternehmen erreichen, dass sie von der Effektivität der kollaborativen Intelligenz profitieren. Grundlage für die Zusammenarbeit in den meisten Fächern ist auch die eLearning- und Kollaborationsplattform Moodle, deren Vorteile hier gerade nochmal dargelegt wurden. Laut einem Interview von Steve Hargadon entstand die OpenSource-Plattform aus den frühen Erfahrungen mit Remote-Lernen des “Creator of Moodle”, Martin Dougiamas in der australischen Einöde.

Nicht alle teilen denn auch PWC’s Zukunfts-Skeptizismus in Bezug auf das Abendland. So meint Robert Ashe, CEO des Business-Intelligence-Anbieters Cognos über seine Kunden:

“Heute ist die Belegschaft aber in der Lage, IT-Anwendungen zu schätzen. Ich würde die Mehrheit von ihnen, gerade die Jüngeren, sogar als absolute IT-Kenner bezeichnen, die Informationen zu jeder Zeit an jedem Ort und aus jedem Gerät heraus erwarten”, sagte der Manager. Sie kennen ihm zufolge keine Grenzen und Schranken, wenn es darum geht Informationen zu lesen und zu teilen. Sie wachsen damit auf.

Quelle: “Cognos erweitert BI-Suite für die Westentasche”.
Im selben Artikel sieht Ashe auch das Verhältnis von Westen und Osten ganz anders als die oben zitierte Studie:

“Japan und China sind in der Akzeptanzkurve noch sehr am Anfang.” Er schiebt das auf die konsensorientierte Unternehmenskultur und die geschlossene Arbeitsweise mit Informationen. “BI erfordert das Teilen von Informationen”, riss er die Fragen in diesem Markt kurz an. Wiederum ganz anders gehe es in den USA zu, wo der IT-Leiter angehalten wird, Best of Breed einzukaufen. Begeistert zeigte er sich von Nordeuropa - die offene Arbeitskultur dort bezeichnete er als sehr BI-freundlich. “So offen wünschen wir uns unsere Kunden”, sagte Rob Ashe.

Na also. Noch nicht aller Tage Abend.

Enterprise 2.0

Saturday, November 11th, 2006

Die Wirtschaftswelt entdeckt den Ameisenhaufen als Vorbild (Der Ameisenhaufen als Vorbild für das Enterprise 2.0). Professor Andrew McAfee von der Harvard Business School:

“Wenn man eine Ameisenkolonie beobachtet, erscheint es, als gebe es irgendwo ein großes Gehirn.”

Das Thema kommt uns aus der Chaos-Debatte der 90er Jahre irgendwie bekannt vor. Damals wurde unter dem Begriff “Emergenz” eine neue Qualität beschrieben, die sich aus den Verhaltens-Einzelteilen eines Systems ergibt, aber mehr ist als die Summe der Teile: erst durch das Zusammenspiel entsteht etwas Neues, Mächtigeres und Effizienteres.

Dass das auch für Unternehmen interessant sein kann, bestätigt Gartner mit seiner Definition des Begriffes Web 2.0:

Das Marktforschungsunternehmen hat sich zur Verleihung allerdings die Mühe gemacht, vier Schlüsseltechnologien und -Trends herauszusuchen, die den Hype fassbarer machen und kurzfristig prägen sollen. Dazu gehören Ajax, Mashup, Social Network Analysis (SNA) und die ‘Kollektive Intelligenz’. Die ersten drei sollen bereits in den nächsten zwei Jahren ein hohes Maß an Reife erreicht haben.

(Quelle: silicon.de: “Web 2.0 auf dem Gipfel der Hype-Kurve”)

Demnach wird die ‘Kollektive Intelligenz’ die nächste Stufe der Entwicklung sein.

Kollektive Intelligenz hat laut Gartner noch einen fünf- bis zehnjährigen Reifeprozess vor sich. Sie hat allerdings das Potenzial, große Veränderungen herbeizuführen. Es handelt sich dabei um die kollektive Entwicklung von Inhalten, geistigen Gütern wie Software, aber auch von Verknüpfungen und Entscheidungen. Einen Vorgeschmack davon haben in den letzten Jahren die Open-Source-Bewegung und Wikipedia geliefert, Gartner sagt allerdings eine Verbreitung dieser Arbeitsweise auf praktisch alle Lebensbereiche voraus.

(Quelle: ebenda).

Ein wesentlicher Faktor, um diese Intelligenz auch in Unternehmen zu nutzen, ist allerdings die Freiheit der Mitarbeiter und ein Abgehen von streng hierarchischen Strukturen.
In einem Gespräch beim Web-Montag von newthinking erzählte mir der Unternehmensberater Frank Martin Hein (Website) von seinen Befragungen in Unternehmen, zu denen er demnächst ein Buch veröffentlichen will. Seinen Befragungen nach wollen Manager das Intranet - und entsprechende Web-2.0-Werzeuge zur Unternehmenskommunikation - vor allem dazu nutzen, um Direktiven an ihre Untergebenen zu verteilen. Daran scheitern viele dieser Instrumente (sie sollten eigentlich vor allem in der anderen Richtung funktionieren!). Da Netzwerke per definitionem weniger Weisungs-Hierarchien verfügen - jedenfalls, wenn man die Definiton von Sydow (”zwischen Markt und Hierarchie”) zugrunde legt - wäre es interessant zu erfahren, wie diese Instrumente in Netzwerken eingesetzt werden und ob sie sich dort besser durchsetzen. Da sie vermutlich sehr sinnvoll für die unternehmensinterne Kommunikation sind, würde das einen Wettbewerbsvorteil von Netzwerken gegenüber hierarchischen Unternehmen bedeuten.

Um die Ergebnisse darzustellen und zu beurteilen, gibt es jetzt eine Analyse-Software für Social Networks im Unternehmen. Die schweizerische Firma shiftTHINK bietet ihre Analyse-Software ‘Connect 1.0′ vorerst als öffentliche Beta-Version zum Test an:

Connect soll beispielsweise als Ergänzung zu Customer Relationship Management Systemen einen konkreten Mehrwert bringen. Die durch heutige Systeme nicht erkennbaren Strukturen und Verbindungen, die als Vorgänge in sozialen Netzen liegen, ließen sich so nicht nur erkennen, sondern auch aufbereiten und darstellen.

Demnach kann die Technik nicht nur unternehmensintern eingesetzt werden, sondern auch zur Analyse des Kundenumfeldes im Bereich CRM.

Erste Intranet-Produkte setzen auf 2.0

Saturday, November 4th, 2006

Zum Thema “Intranets werden zur Benutzeroberfläche des Unternehmens” (siehe Vom Intranet zur Universalsoftware):
Die neue Release (November 2006) der Portalentwicklungsplattform Intrexx wird ein Wiki integrieren, mit dessen Hilfe Mitarbeiter unstrukturierte Daten einstellen können. Diese Daten können wiederum mit Prozessen in Verbindung gebracht werden, indem man sie über den Prozess Manager von Intrexx in den Workflow einbindet!

Daneben bietet Intrexx verschiedene vorkonfigurierte Lösungen für unterschiedliche Aufgabenbereiche - unter anderem für Projektmanagement!

Intrexx Xtreme Projekt-Studio IX3PR

Intrexx Xtreme Projekt-Studio ist eine moderne Projektmanagement-Lösung. Im Mittelpunkt stehen die beteiligten Teammitglieder. Das gewährleistet zu jedem Zeitpunkt ein Höchstmaß an Aktualität aller Informationen.

Hier entsteht ein vollkommen neuer Markt: nicht nur die Workflow-Management-Lösung wird geliefert, sondern die Workflows gleich dazu.

Gefunden in:
Wiki hält Einzug im Intranet
Unter dem Begriff “Web 2.0″ erleben Wikis und Blogs gerade Rekord-Wachstumsraten im Internet. Auch für Unternehmen kann diese Form des Wissensmanagements in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Telearbeit: Kollaboration und Lunch Clubs

Friday, October 13th, 2006

Telearbeit nimmt langsam Formen an. OpenSource-Projekte praktizieren sie schon lange - sie muss also eigentlich funktionieren. Selbst die besonders auf reale Zusammenarbeit vor Ort zugeschnittenen Vorgehensweisen wie Pair Programming finden sich frei verfügbare Tools wie Sangam und viele andere. (Wer’s nicht glaubt, suche unter http://sourceforge.net/softwaremap/ nach “collaboration”, dort findet man auch reichlich Kollaborationsplattformen für andere Branchen …). Auch unter Verteilte Softwareentwicklung erfordert Tools für die Zusammenarbeit findet sich eine Liste mit kollaborativen Arbeitsumgebungen.

An der Technik liegt es also nicht. Was derzeit noch im Argen ist, ist die schnöde Gewohnheit: erst wenn der Umgang mit Kollaborationstools allen so selbstverständlich ist wie unser täglich Word, werden die Menschen auf einmal akzeptieren, dass sie online arbeiten. Und das mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie heute die Tatsache, dass sie über Handy erreichbar sind (Ich erinnere mich noch lebhaft an die “Ich will doch garnicht immer erreichbar sein!”-Diskussionen aus der Zeit davor).
Diese Gewohnheit könnte sich jedoch sehr bald schon einstellen: das neue Windows Vista wird einen eigenen Bereich “Windows Teamarbeit” (bzw. Windows Meeting Space) anbieten (siehe iX 11/2006, S.12 ff.). Auf diese Weise sind bereits Millionen Menschen auf Email und schließlich auf das Internet konditioniert worden.

Zudem gibt es - abseits der Programmierung - für die Zusammenarbeit in “normalen Bereichen” eine ganze Reihe neuer Anwendungen, die derzeit auf der Office 2.0 Conference in San Francisco vorgestellt und diskutiert werden (Dank an Andreas Göldi für den Hinweis!).

Sollten sich dabei tatsächlich bei einigen Zeitgenossen die schlimmsten Befürchtungen bestätigen und sie sämtliche soziale Kontakte verlieren, gibt es jetzt auch dafür eine Kompensation: der Zukunftsforscher Matthias Horx beschreibt etwa die Erfindung des Lunch Clubs (Neuer Socializing-Trend für Arbeitsnomaden: Lunch-Clubs), die es uns jetzt ermöglichen wird, uns auch mal so zu treffen - ohne den lieben langen Tag zusammen in Büros gepfercht zu werden. Na, dann Mahlzeit.

Vom Intranet zur Universalsoftware

Monday, October 9th, 2006

Intranets waren einmal ganz klar eine Aufgabe für Agenturen. Die Aufgabe war im wesentlichen gestalterischer Art: es ging darum, die täglichen News der Firmenleitung (oder “Corporate Communications”) schön und CI-konform zu präsentieren. Dann kam die Zeiterfassung, die man über dieselbe Oberfläche bearbeiten konnte, zeitliche Auswertungen und andere projektmanagementbezogene Möglichkeiten. Schließlich wurde das Adressverzeichnis automatisiert, der Vertrieb integrierte eine Kundendatenbank aus dem CRM-System und die IT-Abteilung ein Collaboration-Tool für die Zusammenarbeit mit Externen.
Das gute alte Informationsmedium Intranet wird immer mehr zu einer Softwareoberfläche. Auch wenn serviceorientierte Software (SOA) immer noch in vielen deutschen Firmen stiefmütterlich behandelt wird (Asien und die USA sind da weiter vorne), gibt es immer mehr Programme, die Services anbieten und sich so unter einer neuen Oberfläche zusammenfassen lassen. Dafür kommen zwei Vorgehensweisen in Betracht: “handgestrickte” Oberflächen lassen sich genauer auf die Arbeitsabläufe und die CI des Unternehmens anpassen, sind aber teuer und nach der Fertigstellung nicht sehr flexibel. Analysten prophezeien ihnen - dank günstiger Arbeitskräfte in Osteuropa und Indien - trotzdem eine große Zukunft. Alternativ bieten große Collaboration-Anbieter “Oberflächen-Baukästen” an, mit denen sich Unternehmen eigene Oberflächen erstellen können, die sich optimal an ihre Arbeitsprozesse anpassen. (Eine Liste von Anbietern aus dem SAAS-/ASP-Bereich finden Sie hier.)
Vielleicht können diese neuen Intranets dazu beitragen, dass Prozesse in deutschen Unternehmen nicht mehr nur von der Chefetage modelliert werden, sondern auch auf die tägliche Praxis durchschlagen. Laut Business Process Report 2006 von IDS Scheer und PAC beschäftigen sich 80% der Unternehmen stark bis sehr stark mit Geschäftsprozessmanagement. “Die Befragten beurteilen zwar die Möglichkeiten zur Modellierung und Beschreibung der Prozesse größtenteils als gut, Mängel sehen sie jedoch bei der konkreten Umsetzung.” (zitiert nach i’X 8/2006, S. 25)