Archive for the ‘digitale Wirtschaft’ Category

conspire. transmediale 08

Sunday, February 3rd, 2008

Ich hab mal ein Interview mit einem DJ gelesen, den der Interviewer gefragt hat: Warum sind Top-DJs eigentlich immer mit Topmodels zusammen?
DJ: Warum leckt sich ein Hund an den Eiern? Antwort: weil er’s kann!
In diesem Sinne berichtet euch euer rasender Reporter achimbo.de heute live von der Transmediale, dem Medienereignis im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Einfach weil er’s kann.

Auch wenn das anfangs nicht ganz so einfach zu sein schien, wie es jetzt aussieht…
Aber vielleicht muss ich weiter vorne anfangen: Ich organisiere derzeit die zweite Phase von Studien mit virtuellen Teams, die jeweils eine Website für einen realen Kunden erstellen - Kollaboration nur über virtuelle Plattformen (CollabStudie2). Dazu haben wir mehrere OpenSource-Tools mit RSS zu einer übersichtlichen Oberfläche mit “latest changes” vernetzt, damit man einen einheitlichen Einstieg in die Arbeit findet. Und dann: der SuperGAU (größter anzunehmender Unfall) - Totalausfall der DSL-Verbindung zuhause und tagsüber: Weiterbildung und auch offline.

Geht gar nicht. Daher habe ich beschlossen, mir ein Funkmodem zu besorgen, das auch funktioniert. Es ist sogar allgegenwärtig: mit Fehlermeldungen der Nummer 623, sobald ich anfange, Webseiten aufzurufen. Na gut - vielleicht müssen wir da noch mal ran, technisch.

Als ich vorhin in der S-Bahn zur Transmediale 08 saß, kam es noch dicker: Er wollte die PIN. Ich also offline. Bei dem Medienereignis im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Ich habe natürlich meine Freundin angerufen - die PIN lag ja auf dem Sofa. Dass das nicht klappen würde, hätte man schon beim Losfahren wissen können. Sie telefonierte “mal kurz” mit einer guten Freundin. Nicht dass wir nicht diverse Telefone hätten, aber da zu unterbrechen ist schwierig - und das weniger aus technischen Gründen. Aber als bessere Hälfte eines gut eingespielten Teams beantwortet sie meinen Anrufbeantworter-Hilferuf natürlich direkt nach dem Auflegen.

Rechte Seite der Transmediale-Bühne im Auditorium im

Rechte Seite der Transmediale-Bühne im Auditorium im “Haus der Kulturen der Welt”.

Das war der Moment, in dem mir peinlich bewusst wurde, dass ich im Riesenauditorium der schwangeren Auster mein Handy nicht ausgeschaltet hatte. Machte aber nichts - die Mitglieder des Panels beantworteten mein gequältes Lächeln nachsichtig mit einem noch gequälteren Lächeln. Sie waren sowieso schon am Ende - und das in jeder Hinsicht.

Linke Seite des Podiums. Der Chat als Hauptredner.

Linke Seite des Transmediale-Podiums. Der Chat als Hauptredner.

Der Anruf wäre aber gar nicht nötig gewesen: auf der Transmediale gibt es (hätte man wissen können) flächendeckend lecker WLAN. Ach ja: die Transmediale. Also: eigentlich alles wie immer. Die gleiche Mischung aus interessierten Rentnern und internationaler Multimedia-Avantgarde, total interaktive Ausstellungsstücke und - jetzt neu - ganz viele Kommentare zum Thema Social Software. Wie war das noch? Es ist alles gesagt, aber noch nicht von allen.

Fotos der Hipsters united (wieder werri internäschnl) findet ihr gegen später auf meiner Ipernity-Seite. Muss leider noch kurz ein bisschen Sir Simon Rattle gucken: der lässt jetzt wieder die Puppen tanzen, weil es das letzte mal so gut angekommen ist. Bei uns zuhause ist nämlich die Kultur ausgebrochen neuerdings. Nächste Woche is Beethoven.

Ach doch: ein Highlight war noch. Ich hab Fiona kennen gelernt, die unterrichtet auch Projektmanagement in Medienprojekten - in Irland. Vielleicht ist die nächste CollabStudie dann international. Dann können die Studis sich nicht heimlich treffen - bisher habe ich so den Verdacht, dass es da nicht immer mit rein virtuellen Dingen zugeht.

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Von der universellen Wahrheit zum Cluster

Saturday, January 19th, 2008

Man kann über sein Buch “blink” denken was man will (ich persönlich fand es nicht rasend erhellend) - in diesem Vortrag ist er brillant. Anhand der Geschichte seines Freundes Howard Moskowitz - “a man of certain intellectual standards” und “well known as the reinventor of spaghetti sauce” - verdeutlicht er auf erfrischende Weise den Paradigmenwechsel, der sich in der Wissenschaft seit einiger Zeit ereignet: weg von der einen, reinen Wahrheit und hin zu einer Beschreibung der Variation (”The movement from the search for universals to the understanding of variability”):

Video

By the way: I myself happen to be one of those addicts of “extra chunky” sauce and appreciate the outcomes of this kind of research…

Abgesehen davon wird Usability in absehbarer Zeit ein brisanteres Thema werden. Auch die Auswertungen von Trackingdaten werden eine immer größere Rolle spielen - bis hin zur erfolgsabhängigen Bezahlung von Agenturen: nur gut nutzbare, stark frequentierte und von Usern tatsächlich mit Daten gefütterte Websites werden noch gut bezahlt werden. Und die Bewertung dieser Nutzerdaten ist ohne diese Sichtweise der Variationen und “Clusters” nicht denkbar. Denn genau wie bei den geschmacklichen Vorlieben für eine Sorte von Kaffee, Sauce oder Cola gibt es nicht das eine, richtige Nutzerverhalten - es gibt eine ganze Reihe verschiedener Ansätze, sich auf einer Site zu bewegen, je nach Charakter, Tagesform und aktueller Aufgabenstellung.

Als wir Anfang 2006 unsere Interviewreihe mit Projektmanagern in Internetprojekten gemacht haben, haben wir unter anderem diese Frage gestellt: wird es einen Trend zu erfolgsabhängiger Bezahlung bei Webprojekten geben. Die Antworten fielen durchweg negativ aus (meistens wurde uns beschieden, dass das nicht funktionieren könne), so dass wir schon vermuteten, wir hätten mit unserer Frage komplett falsch gelegen. Bei einem Gespräch mit einem hochrangigen Agenturmitarbeiter aus gewöhnlich gut informierten Chefetagen erfuhr ich neulich zu meiner Erleichterung, dass dieser Ansatz derzeit sehr wohl heiß diskutiert werde. Es sei nur noch kein Konsens zur Bewertung der Ergebnisse in Sicht. Vielleicht kann die Sichtweise der Cluster dabei eine Hilfe sein.

Hypes and Bubbles

Thursday, January 3rd, 2008

Über einen Absatz bei O’Reilly (den ersten in “What Is Web 2.0?”) bin ich wieder auf ein altes Thema gestoßen, das ich hier schon mal behandelt hatte: den Web-2.0-Hype. Im Kern geht es mir darum, mich nicht bei jeder Erwähnung des Begriffes gegenüber einigen Menschen verteidigen zu müssen, die mit Schaum vor dem Mund und rollenden Augen behaupten, das Thema sei ein Hype und völlig überbewertet - und jegliche Argumentation, die sich darauf stützt, sei damit automatisch hinfällig.

Endlich handelt es sich um konkrete Hinweise, dass das Thema schon in der Fachliteratur behandelt ist:

CarlotaPerez (2002):Review of technological revolutions and financial capital: the dynamics of bubbles and golden ages. Edward Elgar, London, $ 45.00, ISBN 1 84064 922 4

Ich habe das Buch zwar noch nicht gelesen, aber die Book Review im Journal of Evolutionary Economics lässt gutes hoffen. Perez hat offenbar schon 2004 darauf hingewiesen, dass es diese Hypes schon mehrfach gegeben hat - und dass sie nicht das Ende der Idee, Technologie oder Epoche sind, sondern der Beginn der (”synergetischen”) Nutzung:

In Carlota Perez’s model each long wave is divided into two phases, installation
and deployment, and each of these phases is further subdivided into two stages,
irruption and frenzy, and synergy and maturity respectively. A turning point is
reached at the end of the installation period, during which the bubble economy
created in the frenzy stage of irruption bursts.

Vielleicht sollten wir das mal lesen und dann bei der nächsten Web-2.0-Diskussion nochmal alle tief durchatmen, bevor die Beiträge wieder in die ganz-oder-garnicht-Richtung gehen…

Adobe: Kollaborationsoberflächen für Unternehmen

Thursday, January 3rd, 2008

Die Vision von Unternehmens-Oberflächen, die die wichtigsten Workflows des Unternehmens abbilden und gleichzeitig die wichtigsten Werkzeuge für die Bearbeitung anbieten, wird immer realisierbarer: Auf der ADOBE MAX Konferenz in Chicago wurden einige neue Flash-Elemente vorgestellt, aus denen man solche “Workfaces” erstellen kann:

  • Spry: neues AJAX-Framework von Adobe
  • CoCoMo: Komponentenframework für Adobe Connect
  • Pacifia: VoIP-Lösung für Flash, FLEX und AIR (ehem. Apollo)
  • Buzzword: Online-Textverarbeitung im Flash-Plugin
  • Share: zentraler Speicherort (Upload) für Dokumente im Flash-Paper-Format, können aus Share heraus in Webseiten eingebettet werden und gemeinsam online bearbeitet werden.

(Quelle: König, Kai: Ausverkauft; i’X 12/2007, S. 30)

Fügt man diesen die personalisierte Zusammenstellung von Tools durch FLEX und Videoconferencing, Shared Whiteboard und Application Sharing mit MediaServer hinzu, dann hat man alles, was man benötigt.

Online-Projektmanagement mit Video Conferencing

Thursday, January 3rd, 2008

Projectplace, Anbieter webbasierter Projektmanagementlösungen, bringt zusammen mit Netviewer „One2meet“, ein Webconferencing-Tool auf den Markt. Mit diesem soll es möglich sein, die Projektmanagement-Daten gemeinsam zu besprechen. Parallel kann eine VoIP-Verbindung gestartet werden (Quelle: iBusiness [Zugang für Mitglieder]).

Kreativbranche Berlin-Brandenburg

Thursday, November 15th, 2007

Schon im letzten Jahr stellte das Medienboard Berlin-Brandenburg in seiner Animationsstudie 2005 fest, dass “in der Region im Ländervergleich [...] ein überdurchschnittliches kreatives Potenzial [existiert]“. Laut media.net berlinbrandenburg e. V. entwickelt sich Medienbranche in Berlin und Brandenburg weiter positiv. Ein Indiz dafür seien knapp 1000 unbesetzte Stellen in diesem Bereich allein auf der Job-Plattform StepStone.

Glücklicherweise setzt sich derzeit in den Bundesministerien die Einsicht durch, dass die Kreativwirtschaft eine Schlüsselbranche der Zukunft ist. So könnte Berlin in besonderer Weise von der neuen “Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung” profitieren, die Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (BMWi), im Oktober ins Leben gerufen hat:

Wichtiges Ziel der Initiative ist es, die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs stärker in das politische Bewusstsein zu rücken und diesem die gleiche Anerkennung zu geben, wie sie etablierten Wirtschaftszweigen zukommt. In einem ersten Schritt werden eine Bestandsaufnahme der Potentiale und Herausforderungen vorgenommen, in einem zweiten Schritt konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Diese Initiative soll unter anderem auf die kleinteiligen Strukturen dieser Branche eingehen, Freiberufler fördern und die Bildung von Netzwerken unterstützen!

Besonders interessant dabei: zur Erhebung und Auswertung von Daten soll auch das Statistische Bundesamt herangezogen werden. Wir sind gespannt auf die Daten!

Danke an Rico-Thore Kauert für die Hinweise.