Archive for the ‘Flash / FLEX’ Category

Geschäftsprozesse und Electronic Performance Monitoring: Adobe Livecycle Enterprise Suite

Monday, February 18th, 2008

Die jüngst postulierte Unternehmensoberfläche lässt sich seit geraumer Zeit mit der Adobe® LiveCycle® ES Workbench und dem LifeCycle Designer erstellen. Laut Website bieten die Tools die Möglichkeit zur arbeitsteiligen Erstellung und Umsetzung von Geschäftsprozessen in eine integrierte Oberfläche: Die Aufzeichnung der Business Processes erfolgt durch einen Business Analyst. Die entsprechenden Formularen werden von einem “Form Designer” erstellt, der für Gestaltung und Usability verantwortlich ist. Die Modellierung erfolgt (wahlweise Wizard-gestützt) in einer BPMN-konformen Notation (Business Process Modeling Notation). Entwickler können anschließend aus darunterliegenden Webservices (per drag-and-drop!) über Databinding-Komponenten die Anwendungen zusammensetzen.

Auch wenn solche integrierten Systeme erfahrungsgemäß nicht ganz so reibungslos funktionieren, wie von der Marketingabteilung des Herstellers angekündigt, könnten sie sich als Meilenstein der Wirtschaftsgeschichte erweisen. So hat eine Studie von IDS Scheer, die sich bekanntlich ebenfalls intensiv mit BPM beschäftigen, vor einiger Zeit ergeben, dass 80% der befragten Unternehmen mit den Möglichkeiten der Modellierung zufrieden sind, die Probleme dagegen in der konkreten Umsetzung liegen. Die bequeme Erstellung entsprechender Arbeitsoberflächen und die Möglichkeit, diese flexibel und zeitnah den aktuellen Bedürfnissen des Mitarbeiters anzupassen, könnte das ändern.

Diese Entwicklungen [Teams, die in Lotus Notes arbeiteten] führten dazu, dass Business Process Engineering sich zum Design IT-gestützer Prozesse hin veränderte (6).
Tapscott, Don: Rethinking Information Technology and Competitive Advantage, 2005

Mit der Enterprise Suite lassen sich die Benutzeroberflächen nicht nur auf die tatsächlichen Erfordernisse anpassen - man kann auch ihre Nutzung “überwachen”. Dazu stellt die Enterprise Suite ein Business Activity Monitoring-Modul (BAM) zur Verfügung. Bei solchen Überlegungen bekommt die Belegschaft verständlicherweise das Laufen. Man hat denn auch festgestellt, dass Electronic Performance Monitoring die Leistung vor allem von unerfahrenen Mitarbeitern und bei komplexeren Aufgaben eher verschlechtert (Aiello & Kolb, 1995; Davidson & Henderson, 2000; zitiert nach Hertel, Guido & Konradt, Udo, 2007: Telekooperation und virtuelle Teamarbeit. München: Oldenbourg, Lehrbuchreihe interaktive Medien, S. 64f.). Interessanterweise gilt das nicht für virtuelle Teams, bei denen zwar auch keine Leistungssteigerung, aber ein besserer Teamzusammenhalt (Kohäsion) festgestellt wurden.

Oberfläche

Screenshot der Oberfläche aus dem Blog von Christoph Rooms

Eine mögliche Erklärung ist, dass virtuelle Zusammenarbeit unter mangelndem Feedback leidet und die Mitarbeiter sich sicherer fühlen, wenn sie wissen, dass ihre Aktivitäten von den anderen Teammitgliedern wahrgenommen werden können. Sie können dann davon ausgehen, dass die andere Seite sich melden wird, wenn sie andere Vorstellungen vom Arbeitsfortschritt hat - schließlich bietet die Möglichkeit des Monitorings auch eine gewisse Verpflichtung und die Verantwortung wird auf die andere Seite verschoben (entweder den Chef oder die Teammitglieder). EPM wird damit - wenn man es richtig einsetzt - in der Wahrnehmung der Teammitglieder vom Instrument kontrollwütiger, allgewaltiger Manager zu einer positiven Angelegenheit: Die “Überwachung” auf individuell zusammengestellten Dashboards - die jetzt zudem in beiden Richtungen stattfinden kann - vermittelt die Sicherheit, dass die unsichtbaren anderen ebenfalls an ihren Aufgaben arbeiten und man sich auf die rechtzeitige Fertigstellung der benötigten Dokumente und Designs verlassen kann, die man zum Weiterarbeiten braucht.

“… the new technologies are significant because they can potentially knit together an enterprise and facilitate knowledge work in ways that were simply not possible previously.”
(McAfee, Andrew (Spring 2006): Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration. In: MIT Sloan Management Review, Jg. 47, H. 3, S. 20–28, S. 22)

Zusammen mit Gruppeneditoren wie Wikis und anderer Social Software könnten Oberflächen-Baukästen wie die Enterprise Suite so zu einem wichtigen Baustein für virtuelle und andere Unternehmen werden.

Adobe: Kollaborationsoberflächen für Unternehmen

Thursday, January 3rd, 2008

Die Vision von Unternehmens-Oberflächen, die die wichtigsten Workflows des Unternehmens abbilden und gleichzeitig die wichtigsten Werkzeuge für die Bearbeitung anbieten, wird immer realisierbarer: Auf der ADOBE MAX Konferenz in Chicago wurden einige neue Flash-Elemente vorgestellt, aus denen man solche “Workfaces” erstellen kann:

  • Spry: neues AJAX-Framework von Adobe
  • CoCoMo: Komponentenframework für Adobe Connect
  • Pacifia: VoIP-Lösung für Flash, FLEX und AIR (ehem. Apollo)
  • Buzzword: Online-Textverarbeitung im Flash-Plugin
  • Share: zentraler Speicherort (Upload) für Dokumente im Flash-Paper-Format, können aus Share heraus in Webseiten eingebettet werden und gemeinsam online bearbeitet werden.

(Quelle: König, Kai: Ausverkauft; i’X 12/2007, S. 30)

Fügt man diesen die personalisierte Zusammenstellung von Tools durch FLEX und Videoconferencing, Shared Whiteboard und Application Sharing mit MediaServer hinzu, dann hat man alles, was man benötigt.

OpenLaszlo mehrkanalfähig: LZX-Format jetzt auch als AJAX exportierbar

Saturday, November 4th, 2006

Laszlo Systems ist im Jahr 2000 mit der Idee angetreten, internetfähige Softwareoberflächen mit guter Usability in einer XML-Sprache zu beschreiben, mit der man anschließend nicht nur eine Art von Oberfläche erzeugen kann (wie z.B. Flash), sondern die man für unterschiedliche Systeme gleichzeitig verwenden kann: einmal erstellen - in mehreren Ausgabeformaten benutzen (Desktop-Oberflächen, Flash-Player, Browser).
Diese großartige Idee krankte damals daran, dass Flash das einzige internetfähige Ausgabeformat war, das eine für Softwareoberflächen ausreichende Usability erlaubte. Auch wenn es immer noch das performanteste für diese Zwecke ist, hat AJAX mittlerweile stark aufgeholt. Die Zeit war reif für “Projekt OpenLaszlo Legals”, bei dem Laszlo zu einer echten “multi-runtime platform” ausgebaut wird. Auch wenn bisher schon hervorragende Anwendungen auf Basis dieser Technologie erstellt wurden, war dieser Schritt überfällig: Mit dem proprietären Flash als einzigem Ausgabeformat drohte die OpenSource-Plattform OpenLaszlo in der OpenSource-Szene an Glaubwürdigkeit (”Street Credibility”) zu verlieren.

Während das “alte” OpenLaszlo-Format “nur” SWF-Dateien für die Flash-Player der Versionen 6, 7 und 8 exportieren konnte, wird Laszlo Legals auch auf Flash-Player 9 und in DHTML (Dynamic HTML bzw. Ajax) exportieren können. Laut Projektplan soll Laszlo Legal im ersten Quartal 2007 voll einsatzfähig sein.
Einige beeindruckende Beispiele finden sich bereits auf den Laszlo-Demo-Seiten, die ohnehin immer eine Reise wert sind. Achten Sie auf die zwei Links “Launch Flash Application | Launch DHTML Application” hinter den ersten Beispielanwendungen und vergleichen Sie die Ergebnisse!

Die Laszlo-Demos sind auch für ein anderes Einsatzgebiet sehr interessant: wenn Sie unterrichten und jemandem den Sinn von XML erklären wollen, können Sie über den Link “View Source” den dazugehörigen Code anzeigen. Im nächsten Schritt kann man über den Laszlo Explorer (”Interactive Language Overview”) gemeinsam ausprobieren, wie der Code zu verschiedenen anschaulichen Beispiel-Anwendungen aussieht. Und was noch besser ist: man kann den Code im Scripting-Fenster verändern, auf “Update” klicken - und im rechten Fenster wird sofort das Resultat sichtbar. Ein anschaulicheres Beispiel für den Einsatz von XML-Formaten ist derzeit schwer zu finden. Viel Spaß!

Apollo - First Steps on the Moon

Thursday, October 19th, 2006

Die neulich von mir beschriebene Vision des Intranet-Baukastens, mit dem man verschiedene Softwaremodule zu einem Unternehmensworkflow zusammenbauen kann, hat einen riesigen neuen Legostein dazubekommen: Adobe schickt mit Apollo ein neues System in den Orbit, das es ermöglichen soll, Rich Internet Applications (RIA) als Desktop-Programme laufen zu lassen:
“Apollo is the code name for a cross-operating system runtime being developed by Adobe that allows developers to [...] build and deploy Rich Internet Applications (RIAs) to the desktop.”
Auf diese Weise entwickelte Oberflächen haben den großen Vorteil, dass sie auch für Telearbeiter über das Internet angeboten werden können: One description fits all!
Ryan Steward hat jetzt beeindruckende Screenshots der ersten mit Apollo erstellten Prototypen ins Netz gestellt.

Flashforum-Konferenz

Thursday, October 19th, 2006


Die Themen stehen noch nicht im Detail fest, aber alle wichtigen Namen sind als Referenten vertreten. Anmelden ist jedoch schon möglich. Laut Mitveranstalter Marc Thiele werden sich die Themen jedoch schwerpunktmäßig um “das viel zitierte Web 2.0 und Rich Internet Applications” und den Einfluss gehen, den Flash und Flex darauf ausüben. Der Eintrittspreis beläuft sich - dank der Förderung von Adobe - auf Euro 99,- (inkl. MwSt.).

Patent auf RIA-Anwendungen

Friday, February 24th, 2006

Laut einem Artikel in der InformationWeek hat die amerikanische Patent-Behörde ein universelles Patent auf Rich-Client-Anwendungen vergeben, das sowohl “Flash, Flex, Java, Ajax, and XAML” als (vermutlich) auch OpenLaszlo-Anwendungen abdeckt.
Der Patent-Inhaber Neil Balthaser gibt zwar an, gegen Verstöße gegen das Patent nicht gerichtlich vorzugehen (”But [litigation is] not the approach we’re taking in terms of licensing.”), will es aber andererseits an eine große Firma verkaufen, die “signifikante Investitionen” in diesem Bereich getätigt hat. Nach Aussage des Artikels kommen dafür im wesentlichen Microsoft, Adobe, Google und Yahoo in Frage. Wäre interessant, wie dieser Käufer über die gerichtlichen Auseinandersetzungen denkt…

Endlich Rich Uploaden!

Friday, September 16th, 2005

Macromedias Flash 8 Player ist in der Lage, Datei-Uploads direkt aus einer RIA-Oberfläche (*.swf) vorzunehmen. Damit ist der Damm gebrochen: Rich Internet Applications eignen sich jetzt endgültig für die Erstellung von richtigen Applikationen.
Vor allem sind sie offenbar bereits in Open Laszlo Anwendungen einsetzbar: das amerikanische Laszlo-Forum zeigt wie - mit Code-Beispielen und allem, was sonst nötig ist. Mit Laszlo sind jetzt also auch Groupware-Anwendungen möglich.