Archive for the ‘PM, Projektmanagement’ Category

Adobe: Kollaborationsoberflächen für Unternehmen

Thursday, January 3rd, 2008

Die Vision von Unternehmens-Oberflächen, die die wichtigsten Workflows des Unternehmens abbilden und gleichzeitig die wichtigsten Werkzeuge für die Bearbeitung anbieten, wird immer realisierbarer: Auf der ADOBE MAX Konferenz in Chicago wurden einige neue Flash-Elemente vorgestellt, aus denen man solche “Workfaces” erstellen kann:

  • Spry: neues AJAX-Framework von Adobe
  • CoCoMo: Komponentenframework für Adobe Connect
  • Pacifia: VoIP-Lösung für Flash, FLEX und AIR (ehem. Apollo)
  • Buzzword: Online-Textverarbeitung im Flash-Plugin
  • Share: zentraler Speicherort (Upload) für Dokumente im Flash-Paper-Format, können aus Share heraus in Webseiten eingebettet werden und gemeinsam online bearbeitet werden.

(Quelle: König, Kai: Ausverkauft; i’X 12/2007, S. 30)

Fügt man diesen die personalisierte Zusammenstellung von Tools durch FLEX und Videoconferencing, Shared Whiteboard und Application Sharing mit MediaServer hinzu, dann hat man alles, was man benötigt.

Online-Projektmanagement mit Video Conferencing

Thursday, January 3rd, 2008

Projectplace, Anbieter webbasierter Projektmanagementlösungen, bringt zusammen mit Netviewer „One2meet“, ein Webconferencing-Tool auf den Markt. Mit diesem soll es möglich sein, die Projektmanagement-Daten gemeinsam zu besprechen. Parallel kann eine VoIP-Verbindung gestartet werden (Quelle: iBusiness [Zugang für Mitglieder]).

Argumente statt Kreativität

Wednesday, March 21st, 2007

FlexBuilder und Dreamweaver wurden auf derselben Code-Basis entwickelt. FlexBuilder eignet sich daher hervorragend zur Erstellung von Prototypen, die nach und nach - zusammen mit dem Kunden - in eine Applikation überführt werden können. Mit Apollo können diese jetzt auch als Desktop-Applikationen genutzt werden.

Wie das ablaufen kann, zeigt die Firma effectiveui - und die Homepage demonstriert auch gleich, wie es aussehen kann. Eine integrierte Analytics Engine UI Measures (TM) ermöglicht anschließend das Auffinden von Usability-Problemen - sei es bei einem Probelauf mit Testnutzern oder bei laufendem Betrieb.

Auch wenn diese Informationen “nur” der Selbstdarstellung aus dem Internetauftritt von effectiveui entnommen sind, machen sie Lust auf eigene Versuche - selbst als Konzept wäre der Ablauf ein Posting wert. Würde er doch eine ganze Reihe von Problemen mit den leidigen Agenturkunden aus dem Weg räumen, die zu neuem Selbstbewusstsein erwacht sind. Vorausgesetzt natürlich, man nimmt den Kunden ernst und verlagert die Argumentation endlich auf Sachargumente (etwa aus Trackingdaten und Usability-Tests mit Prototypen). Der Verweis auf Kreativität und auf ein nicht weiter belegbares Knowhow über die Zielgruppe wird dafür nicht mehr lange ausreichen. Auch wenn es nicht jedem gefallen mag. Klare Argumente - wie etwa die Ergebnisse der Befragung von Testpersonen, Trackingdaten zu unterschiedlichen Abläufen oder die Kritik und die Probleme, die von Probanden mittels der “Thinking Loud”-Methode erhoben wurden - sind nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen.

Dazu ein Zitat von Alan Cooper, dem Erfinder der “Persona” - eines der effektivsten Instrumente der modernen Software- und Webentwicklung:

In 1990, instead of creating another program, I offered my software design experience to my colleagues as a consultant for the first time. I quickly learned that consulting is quite different from entrepreneurial invention. Previously, I just built what I thought was right. Now I found that I had to persuade my clients before they would follow my lead or see the benefits of my ideas. This imperative for communication eventually impelled me to formalize the notion of personas.

Quelle: Cooper, Alan: The Origin of Personas, online im Internet URL: http://www.cooper.com/content/insights/newsletters/2003_08/Origin_of_Personas.asp [Stand: 2007-03-20], Hervorhebungen durch den Verfasser dieses Postings.

Diese Argumentation zieht sich weiter fort bei den Personen, die die Idee der Personas aufgenommen und weiter entwickelt haben - hier ein Zitat aus einem Interview mit Robert Reimann:

What are personas good for?

Personas are terrific tools for understanding and communicating user behaviors, needs, desires, and contexts. As such, they are extremely useful for:
1) Directing the product design. Persona goals and behaviors inform both the structure and behavior of a product and its interface.
2) Communicating design solutions to stakeholders. Using personas in storyboards and scenarios are a very effective way to tell the story of the product, and helps highlight why design decisions were made as they were.
3) Building consensus and commitment around the design. Having a common language around which the team can communicate regarding priorities and features, and tying each decision specifically to user benefits/consequences helps rally a team to work together to make the best possible product for its target users.
4) Measuring the design’s effectiveness. Design choices can be tested against persona behaviors, contexts, and expectations while they are still on the whiteboard, far in advance of testing on prototypes or final products. The result is better quality earlier in the design process, which makes later refinements more manageable.
5) Contributing to non-development efforts. The information captured in personas and storyboards can be of great interest and use to marketing, advertising, sales, and even strategic planning activities within companies.

Quelle: Saffer, Dan: Robert Reimann Interview - Personas; online im Internet URL: http://www.designingforinteraction.com/reimann.html [Stand: 2007-03-20], Hervorhebungen durch den Verfasser dieses Postings.

Nichts gegen die Kreativität von Designern und Konzeptionern - sie existiert und hat weiter ihre Berechtigung. Auch ihre Kenntnis der Zielgruppe in allen Ehren, aber ohne all das mit Argumenten zu unterlegen, wird es möglicherweise in absehbarer Zeit keinen Kunden mehr überzeugen. Man kann über das neue Selbstbewusstsein der Kunden lamentieren und klagen – oder man kann die Anregungen aufnehmen, falsche Behauptungen durch Argumente widerlegen und bei guten Argumenten nachweisen, wie sie in den kreativen Prozess eingegangen sind. Nur den guten alten Zeiten nach zu trauern ist vermutlich der weniger effektive Weg.

Web-2.0-Tools in der Agentur: Virtuelle Projektteams durch Social Software

Monday, February 26th, 2007

Wir testen in unserem Forschungsprojekt 4CforMedia derzeit den Einsatz von Social Software in Medienprojekten – speziell Online-Projekten – an der TFH Berlin und der HdM Stuttgart. In der Lehre und bei der Zusammenarbeit im Forschungsteam setzen wir bereits solche Tools ein.

Für April ist ein Versuch unter realistischen Bedingungen (mit realem Kunden) an der TFH geplant, der uns Aufschlüsse darüber geben soll, ob sich die Tools auch bei konkreten Online-Projekten bewähren. Danach müssen sie in der Praxis in Agenturen getestet werden.

Dazu haben wir in qualitativen Interviews mit großen deutschen Multimedia-Agenturen herausgefunden, dass viele in dieser Richtung bereits einige Versuche unternommen haben (Bedarf scheint also zu bestehen). Diese Versuche sind jedoch meist fehlgeschlagen, weil sie immer dann unternommen wurden, wenn Projekte ohnehin gerade ins Trudeln geraten waren und unter diesem Druck die technischen Probleme nicht bewältigt werden konnten. Darüber hinaus gibt es Untersuchungen, die die Unternehmenskultur für solche Fehlschläge verantwortlich machen.

VideoConferencing für die “Unternehmens- Oberfläche”

Saturday, November 11th, 2006

Schon wieder neue Meldungen zum Thema “Intranets werden zur Benutzeroberfläche des Unternehmens” (siehe Vom Intranet zur Universalsoftware):
Lotus Sametime 7.5 bietet Video Conferencing und Podcasts für die Unternehmens-Oberfläche:

Michael Rhodin, General Manager, Lotus Software, IBM, erläutert: “Lotus Sametime 7.5 ist die erste integrierte Kommunikationsplattform für Unternehmen, die Instant Messaging, Web Conferencing und Sprachanwendungen einschließt.”

(Quelle: Lotus Sametime 7.5 als die integrierte Plattform.)

So wird VC ein ganz selbstverständlicher Teil der Unternehmens- Kommunikation. Allen Unkenrufen (Telearbeit sei nur Science Fiction) zum Trotz ist damit der Übergang zwischen virtuellem und realem Arbeitsplatz wieder ein Stückchen in die Virtualität verschoben worden.

Auch der Hardware-Hersteller Intel wagt sich in diesen Bereich vor und setzt voll auf Social Intelligence und Web 2.0. Laut silicon.de
arbeitet Intel mit vielen einschlägigen Anbietern (Six Apart, Socialtext, NewsGator und SimpleFeed) zusammen, um sich mit der Internet Business Suite namens ‘SuiteTwo’ einen Einstieg in den Collaboration-Markt zu sichern.

Enterprise 2.0

Saturday, November 11th, 2006

Die Wirtschaftswelt entdeckt den Ameisenhaufen als Vorbild (Der Ameisenhaufen als Vorbild für das Enterprise 2.0). Professor Andrew McAfee von der Harvard Business School:

“Wenn man eine Ameisenkolonie beobachtet, erscheint es, als gebe es irgendwo ein großes Gehirn.”

Das Thema kommt uns aus der Chaos-Debatte der 90er Jahre irgendwie bekannt vor. Damals wurde unter dem Begriff “Emergenz” eine neue Qualität beschrieben, die sich aus den Verhaltens-Einzelteilen eines Systems ergibt, aber mehr ist als die Summe der Teile: erst durch das Zusammenspiel entsteht etwas Neues, Mächtigeres und Effizienteres.

Dass das auch für Unternehmen interessant sein kann, bestätigt Gartner mit seiner Definition des Begriffes Web 2.0:

Das Marktforschungsunternehmen hat sich zur Verleihung allerdings die Mühe gemacht, vier Schlüsseltechnologien und -Trends herauszusuchen, die den Hype fassbarer machen und kurzfristig prägen sollen. Dazu gehören Ajax, Mashup, Social Network Analysis (SNA) und die ‘Kollektive Intelligenz’. Die ersten drei sollen bereits in den nächsten zwei Jahren ein hohes Maß an Reife erreicht haben.

(Quelle: silicon.de: “Web 2.0 auf dem Gipfel der Hype-Kurve”)

Demnach wird die ‘Kollektive Intelligenz’ die nächste Stufe der Entwicklung sein.

Kollektive Intelligenz hat laut Gartner noch einen fünf- bis zehnjährigen Reifeprozess vor sich. Sie hat allerdings das Potenzial, große Veränderungen herbeizuführen. Es handelt sich dabei um die kollektive Entwicklung von Inhalten, geistigen Gütern wie Software, aber auch von Verknüpfungen und Entscheidungen. Einen Vorgeschmack davon haben in den letzten Jahren die Open-Source-Bewegung und Wikipedia geliefert, Gartner sagt allerdings eine Verbreitung dieser Arbeitsweise auf praktisch alle Lebensbereiche voraus.

(Quelle: ebenda).

Ein wesentlicher Faktor, um diese Intelligenz auch in Unternehmen zu nutzen, ist allerdings die Freiheit der Mitarbeiter und ein Abgehen von streng hierarchischen Strukturen.
In einem Gespräch beim Web-Montag von newthinking erzählte mir der Unternehmensberater Frank Martin Hein (Website) von seinen Befragungen in Unternehmen, zu denen er demnächst ein Buch veröffentlichen will. Seinen Befragungen nach wollen Manager das Intranet - und entsprechende Web-2.0-Werzeuge zur Unternehmenskommunikation - vor allem dazu nutzen, um Direktiven an ihre Untergebenen zu verteilen. Daran scheitern viele dieser Instrumente (sie sollten eigentlich vor allem in der anderen Richtung funktionieren!). Da Netzwerke per definitionem weniger Weisungs-Hierarchien verfügen - jedenfalls, wenn man die Definiton von Sydow (”zwischen Markt und Hierarchie”) zugrunde legt - wäre es interessant zu erfahren, wie diese Instrumente in Netzwerken eingesetzt werden und ob sie sich dort besser durchsetzen. Da sie vermutlich sehr sinnvoll für die unternehmensinterne Kommunikation sind, würde das einen Wettbewerbsvorteil von Netzwerken gegenüber hierarchischen Unternehmen bedeuten.

Um die Ergebnisse darzustellen und zu beurteilen, gibt es jetzt eine Analyse-Software für Social Networks im Unternehmen. Die schweizerische Firma shiftTHINK bietet ihre Analyse-Software ‘Connect 1.0′ vorerst als öffentliche Beta-Version zum Test an:

Connect soll beispielsweise als Ergänzung zu Customer Relationship Management Systemen einen konkreten Mehrwert bringen. Die durch heutige Systeme nicht erkennbaren Strukturen und Verbindungen, die als Vorgänge in sozialen Netzen liegen, ließen sich so nicht nur erkennen, sondern auch aufbereiten und darstellen.

Demnach kann die Technik nicht nur unternehmensintern eingesetzt werden, sondern auch zur Analyse des Kundenumfeldes im Bereich CRM.

4CforMedia und Mediennetzwerke in Berlin

Thursday, October 5th, 2006

Im Rahmen unseres Forschungsprojektes 4CforMedia untersuchen wir Entwicklungen im Projektmanagement von Medienprojekten – insbesondere von bildschirmbasierten, digitalen Medien wie Websites (Inter-, Intra-, Extranets), DVDs und CD-Roms. Eine unserer aktuellen Schwerpunktthesen ist, dass es eine Entwicklung gibt, nach der Agenturen immer netzwerkartigere Strukturen annehmen, während von der anderen Seite Netzwerke immer mehr zu vollständigen Agenturen zusammen wachsen.
Aus diesem Grund führen wir unsere Interviews nicht nur mit Projektmanagern von großen Agenturen wie MetaDesign, Pixelpark oder Scholz & Friends, sondern auch mit den Initiatoren kleiner (KMU-) Netzwerke im Medienbereich. Auch wenn Netzwerke – insbesondere in der Multimedia-Branche – einige Zeit ein Thema der Forschung waren, ist das Interesse seit 2002 wieder abgeklungen. Interessanterweise haben sich in Berlin gerade in den seitdem vergangenen Jahren interessante Netzwerke gebildet. Zwei sehr verschiedene Netze mit komplett unterschiedlichem Hintergrund haben wir gestern besucht.

Ein erstes Netzwerker-Interview konnten wir gestern mit Andreas Gebhard und Markus Beckedahl, zwei Gründern des OpenSource-Netzwerks newthinking, führen. Dieses sehr professionell organisierte Netzwerk existiert seit 2004 (mit Vorläufern 2003) und umfasst einen Stamm von etwa 60 Freelancern. Aus dem ursprünglichen Netz entwickelten sich eine Reihe von Firmen, insbesondere der newthinking store (mit dem Schwerpunkt Open-Software-Migration) und die Agentur newthinking communications (Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Web-2.0-Beratung). Die Netzwerkarbeit wird vollständig aus dem laufenden Projektgeschäft finanziert. Dazu zählen neben der reinen Anbahnung von Projekten viele Informationsveranstaltungen wie der derzeit aus allen Nähten platzende „Web-Montag“ und politische Aktivitäten wie der ausgesprochen umfassende Blog “netzpolitik.org” von Markus Beckedahl.

Abends haben wir am „Stammtisch“ der PotsePeople teilgenommen, die einen vollkommen anderen Hintergrund aufweisen. Dieser Hintergrund wurde uns gleich beim ersten Stammtisch auf eindrucksvolle Weise nahe gebracht, als Mitglieder des Netzwerkes ihr Buch „Die Potsdamer Straße“ vorstellten. Die Potsdamer Straße hat eine lange Medien-Geschichte, die bis ins vorletzte Jahrhundert zurückreicht. Unter anderem wurde aus dem „Vox-Haus“ wurde 1923 die erste allgemeine Rundfunksendung ausgestrahlt, in den Hochzeiten befanden sich hier Unternehmen wie der Tagesspiegel und der Tip-Verlag und Einrichtungen wie die Film- und Fernseh-Akademie.
Dementsprechend leben und arbeiten noch immer viele Medienschaffende in dieser Gegend. Die PotsePeople haben sich – gefördert durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, das lokale Quartiersmanagement und andere – zur Aufgabe gemacht, diese anhaltend miteinander zu vernetzen und durch Veranstaltungen, PR und Weiterbildungen allen Beteiligten den Rücken zu stärken.